Ein Rückblick, ein Ausblick und eine Einladung für euch

Rückblick: Wir erzählen vom GP Sponsorenlauf, der vor zwei Wochen stattfand.

Ausblick: Wir stellen unser neustes Projekt vor.

Einladung: Wir laden euch ein, hinter die Türen des Sonnenhauses zu schauen - diesen Sonntag, 3. Juni!

GP Sponsorenlauf

Bereits letzten Winter begannen wir mit den Vorbereitungen für den Sponsorenlauf am diesjährigen GP von Bern. Unsere Partnerorganisation Be Aware And Share fragte uns an, ob wir mit ihnen zusammen den Sponsorenlauf organisieren und durchführen möchten, den sie bereits letztes Jahr organisiert hatten. Dies freute uns natürlich und wir stimmten zu. So wurden Helfer organisiert, Flyer (gemacht von Triebhaus Kommunikation) wurden gedruckt und verteilt, Sponsoren gesucht und Social Media eingesetzt, um auf uns aufmerksam zu machen und LäuferInnen zur Anmeldung zu motivieren. Da wir dieses Jahr in der Schweiz immer wieder Kälteeinbrüche durchstehen mussten, verlängerten wir die Anmeldefrist immer wieder, so dass die Motivation mitzumachen nicht vom Wetter abhängig gemacht werden konnte.

Und endlich, der 19. Mai 2018, der Durchführungstag des Grand Prix liess uns nicht im Stich und begann mit viel Sonnenschein! Pünktlich um 10 Uhr standen wir mit unserem Zelt an vorderster Front, direkt an der Tramhaltestelle Guisanplatz, in den Startlöchern, um die grosse Masse zu empfangen. Die roten T-Shirts von Empreintex für unsere LäuferInnen waren bedruckt, die Äpfel vom Öpfelchasper geliefert, die HelferInnen instruiert. Es waren bis dahin 98 LäuferInnen angemeldet, die wir nun erwarteten!

Da alle zu individuellen Startzeiten antraten, trafen sie «nadisna» bei uns am Stand ein, gaben ihren Spendenbogen und die bereits erhaltenen Spenden ab. Die Beträge erstreckten sich von 10 Franken bis hin zu 320 Franken. Unser fleissigster Läufer sammelte 1’057 Franken und wurde mit einem Sponsorengeschenk von ON Running belohnt.

Wie toll das aussah, die vielen roten Menschen um unseren Stand herum, die sich alle für die Flüchtlingshilfe einsetzten! Als der Lauf begann, verteilten sich unsere Läufer schnell. Aber immer wieder konnte man in der grossen Masse der Läufer eines unserer roten Shirts aufblitzen sehen! Kurz nachdem die Altstadt-GP Läufer im Ziel eingetroffen waren, bereiteten sich auch schon die GP-Läufer für ihren Start vor. Was so sonnig begann, wurde ziemlich abrupt mit starken Regengüssen und zeitweise sogar Hagel beendet, ungefähr 1.5 Stunden nachdem die ersten 10-Meilen-LäuferInnen gestartet waren. Mit Juchzen und Applaus wurden die tief durchnässten Running For Refugees Absolventen nach dem Lauf beim KUNE und BAAS Zelt wieder in Empfang genommen. Der Event wurde schnell beendet, die Leute wollten verständlicherweise nach Hause unter die warme Dusche. Der Abbau erfolgte zackig, alles war im Van verstaut, die Energie am Ende aber die Freude riesig. Es hatte alles geklappt! Wir möchten allen Läufern, am Ende waren es 115, insbesondere auch den Asylsuchenden die teilweise während ihres Ramadan gelaufen sind, herzlich für Ihre Leistung gratulieren und uns für eure Unterstützung bedanken. Ohne euch wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen!

Nun sind bereits fast zwei Wochen vergangen, die E-Mails für die Online-Spendenden versendet, die Briefe für Postüberweisungen bereit. Der totale Erlös von über 16'500 CHF wird zwischen KUNE und BAAS 50:50 aufgeteilt und bestehende und neue Projekte können finanziert werden. Wir sind unendlich dankbar und freuen uns bereits aufs nächste Jahr!

Geniesst jetzt noch den Fotostreifen - geknippst von Manuel Lopez: Herzlichen Dank auch dir!

 

WOMEN ONLY

Wir freuen uns, unser jüngstes Projekt vorstellen zu dürfen: Yoga für asylsuchende Frauen. Bereits hat die erste Durchführung stattgefunden und Elena erzählt im folgenden Bericht über ihre Erfahrungen:

„Nein Entschuldigung, nur für Frauen!“ Mit einem Hundeblick schaut mich der untersetzte Mann an und erklärt in gebrochenem Deutsch, viel Händegewedel und einer halben Yoga-Pose, dass er unbedingt auch mitmachen möchte. Aber nein, Ziel der neuen Yogastunden ist es den Frauen ein Gefühl für ihren Körper zu geben, eine Ruhepause bieten zu können, oder einfach die Möglichkeit, eine neue Sportart auszuprobieren. Sie sollen sich dabei wohl und unbeobachtet fühlen und falls Musliminnen teilnehmen, sollen sie ihr Kopftuch ablegen können. Die Idee entstand mit der Einsicht, dass unser Fussballangebot am Mittwoch praktisch nur von Männern genutzt wird. Meistens bin ich die einzige Frau, was mich nicht stört, doch ich möchte auch Frauen zum Sport motivieren und Yoga schien mir dafür geeigneter.
Im Übergangszentrum des SRK in der Länggasse werden hauptsächlich Familien aufgenommen. Momentan sind viele junge eritreische Frauen und einige syrische Familien dort zuhause. Der Leiter des ÜZ ist aufgestellt und unkompliziert, er zeigt mir das ganze Zentrum. Ein grosser Garten in dem sich sogar Hühner tummeln liegt vor den grossen Haus. Meist teilen sich die Bewohnerinnen mit jemandem das Zimmer, die Stimmung ist familiär. Während einer Nähstunde darf ich die Frauen etwas näher kennen lernen. Zwei Schweizerinnen lehren den Bewohnerinnen die Kunst der Fäden. Die Syrerinnen sitzen in der einen Seite des Raumes, die Eritreerinnen auf der anderen Seite. Letztere sind gerade erst im ÜZ angekommen und kennen sich noch nicht aus. Die Syrerinnen sind etwas älter und haben oft schon Kinder. Sie lachen viel und auf meine Nachfrage, ob sie mit mir Yoga machen möchten meinen sie unisono: nach dem Ramadan, nach dem Ramadan! Ja während dem Ramadan ist der Zeitpunkt um eine neue Sportart zu lernen denkbar schlecht, aber sie zeigen grundsätzlich Interesse an Neuem. Ich versuche mein Glück auf der anderen Seite des Tisches, wo die Eritreerinnen viel konzentrierter und ruhiger arbeiten. Es ist offensichtlich, dass sie jünger sind und gerade neu angekommen. Die Frauen sind neugierig, haben aber noch keine Ahnung wie ihre Wochenplanung aussehen wird, also wann sie Schule und andere Termine haben. Nach einer Weile verabschiede ich mich und sehe beim Herauslaufen, wie eine Eritreerin den Syrerinnen das Stricken erklärt, obwohl sie keine gemeinsame Sprache sprechen. Im Büro machen wir einen Termin für die erste Yogalektion ab; am Freitagnachmittag sollten alle frei haben.

Nun ist also Freitag und ich bin nervös. Ich mache oft Yoga für mich alleine zuhause, aber jemandem eine Lektion geben, das wird schwierig! Ich versuche ein Programm zusammenzustellen, das für Anfänger geeignet ist und trotzdem etwas anstrengend ist. Geplant ist circa eine Stunde. Der Leiter des ÜZ, Simon, hat eine Aktion für Yogamatten entdeckt und für das Angebot eingekauft. Der Besprechungsraum wurde aufgeräumt und die Tische an die Wand gestellt. Der Raum ist hell mit einem Balkon, im zweiten Stock und direkt davor ein paar Bäume. Draussen scheint die Sonne und man hört die Kinder spielen. Die Yogalektion an sich wird im kleinen Rahmen stattfinden, drei junge Eritreerinnen kommen, die anderen sind am Schlafen. Schnell ist klar, dass sie noch nie Yoga gemacht haben, doch eine gute Grundhaltung haben. Leider plagen eine Frau Schmerzen in linken Bein, sodass sie immer nur ein Teil der Übungen durchführen kann. Nach einer Weile schleicht die älteste aus dem Raum, sie müsse zu ihrem Kind. So sind wir am Schluss nur noch zu zweit, doch Fiori hält durch bis zum Schluss! Wir bedanken uns gegenseitig und sie verspricht nächstes Mal wieder zu kommen. Simon meint, dass er nächstes Mal am Mittag die Frauen an das Angebot erinnern wird. Ich war froh das erste Mal wenig Teilnehmerinnen zu haben, freue mich aber über ein Wachstum der Gruppe. Ausserdem denke ich das eine Stunde Yoga für Einsteigerinnen zu lang ist. Nächstes Mal werde ich eine halbe Stunde planen, steigern kann man sich immer noch. Ich freue mich darauf und bin gespannt wie sich das Ganze entwickeln wird!

 

Einladung ins Sonnenhaus

Nun möchten wir die Möglichkeit noch nutzen, euch für den Tag der offenen Tür im Sonnenhaus nochmals einzuladen! Am Sonntag stehen euch die Türen von 10 Uhr bis 16 Uhr offen, kommt vorbei! Wir freuen uns auf alle Besucher!