Rückblick Festivalsommer 2019 mit #notentwaste

Im Rahmen unserer Blogeinträge in dieser Woche erzählten die Projektverantwortlichen der besuchten Festivals vom erfolgreichen #notentwaste Sommer. Gemeinsam mit den Organisationen Be Aware And Share, Verein Fair und Stand Up For Refugees (alle zusammen gehören wir zum Dachverband der freiwilligen humanitären Hilfe Schweiz "Dahumas") haben in diesem Sommer 2019 an vier Openairs unzählige liegen gebliebene Mätteli, Zelte und Blachen gesammelt. Vielleicht habt ihr im einen oder anderen Medienbericht oder über die Social Media Profile der Organisationen oder #notentwaste davon erfahren… Zum Schluss möchten wir hier heute ein Fazit ziehen und auch einen Ausblick wagen.

Eine kurze Zusammenfassung der Zahlen:
Gurtenfestival: 15 Zelte und ein paar wenige Schlafmatten und Schlafsäcke
Openair Lumnezia: 103 Zelte, 228 Blachen, 20 Schlafmatten und 15 Schlafsäcke
Openair Gampel: 130 Zelte, 525 Blachen, 60 Schlafmatten, 20 Schlafsäcke
Royal Arena: 40 Zelte, 30 Blachen., 10 Schlafmatten und 5 Schlafsäcke

Gesamthaft wurden damit 288 Zelte, 783 Blachen, 90+ Schlafmatten und 40+ Schlafsäcke gesammelt!

Wir bedanken uns bei allen, die ihre Siebensachen wieder nach Hause genommen oder sie bei uns am Stand abgegeben haben und ganz speziell auch bei allen Helfern, ohne euch wäre das nicht möglich!
Wir freuen uns, dass die Campingmaterialien nun Leuten zur Verfügung gestellt werden, die sie wirklich brauchen können, statt einfach im Müll zu landen. Wir hoffen auch, dass (wie beim Gampel) unsere Sensibilisierungsarbeit Früchte trägt und wir Jahr für Jahr sauberere Zeltplätze vorfinden werden.

Auf jeden Fall bis nächstes Jahr, liebe Festivals - wir werden wieder da sein :)

Saubere Hip Hoper*innen am Royal Arena Festival

Wir freuen uns, euch im Rahmen unserer Blogeinträge diese Woche vom erfolgreichen #notentwaste Sommer zu berichten. Gemeinsam mit den Organisationen Be Aware And Share, Verein Fair und Stand Up For Refugees (alle zusammen gehören wir zum Dachverband der freiwilligen humanitären Hilfe Schweiz "Dahumas") haben in diesem Sommer 2019 an vier Openairs unzählige liegen gebliebene Mätteli, Zelte und Blachen gesammelt. Vielleicht habt ihr im einen oder anderen Medienbericht oder über die Social Media Profile der Organisationen oder #notentwaste davon erfahren... In diesem Beitrag berichtet die #notentwaste Verantwortliche fürs Royal Arena, Jessica, von ihren Erfahrungen.


#notentwaste ist ein durchstrukturiertes Projekt. Ja man könnte nach dem zweiten Jahr fast sagen, dass jeder Handgriff sitzt. Weil Unvorhersehbares meist spannender ist, sagten wir dem Royal Arena fünf Tage vor Start des Festivals zu.

Die meisten Mitglieder von #notentwaste informierten und sammelten Materialien am Openair Gampel zusammen. Es lohnt sich, schliesslich bietet das Openair im Wallis rund 8’000 Feierwütigen Platz zum Campen. Zur selben Zeit hauen sich am Royal Arena immerhin 4’500 Besucher*innen zwischen den Acts gestandenen Hip Hop Grössen aufs Ohr.

Während die Besucher*innen des Royal Arena Openairs am Sonntag aus dem Campingbereich torkelten, trauten wir schier unseren Augen nicht: Die meisten Besucher*innen hinterliessen den Campingplatz vorbildlich. Zurückgelassen wurden vor allem Pavillons sowie volle und leere Bierdosen.

Drei Stunden später war der Tag für uns vorbei. Wir schlossen die Türen des Fahrzeuges und verliessen das Gelände mit 40 Zelten, 30 Pavillon-Blachen, 10 Mätteli und 5 Schlafsäcken.

Die Besuchenden hinterliessen nicht viel Müll. Das System der Betreiber*innen ist einfach: Besucher*innen geben beim Ausgang einen Müllsack ab und kassieren dafür 20 Franken. Eigentlich vorbildlich, doch leider landen so viele Zelte, Campingstühle und weitere brauchbare Materialien im Abfall.

Spontan ist gut – geplant erreichen wir jedoch mehr Menschen. Dennoch hat sich der kurzfristige Einsatz gelohnt.

Das relativ saubere Areal des Royal Arena am Sonntagnachmittag

Das relativ saubere Areal des Royal Arena am Sonntagnachmittag

Auch den tüchtigen HelferInnen am Royal Arena vielen vielen Dank!

Auch den tüchtigen HelferInnen am Royal Arena vielen vielen Dank!

Runde 3 #notentwaste 2019 - Openair Gampel

Wir freuen uns, euch im Rahmen unserer Blogeinträge diese Woche vom erfolgreichen #notentwaste Sommer zu berichten. Gemeinsam mit den Organisationen Be Aware And Share, Verein Fair und Stand Up For Refugees (alle zusammen gehören wir zum Dachverband der freiwilligen humanitären Hilfe Schweiz "Dahumas") haben in diesem Sommer 2019 an vier Openairs unzählige liegen gebliebene Mätteli, Zelte und Blachen gesammelt. Vielleicht habt ihr im einen oder anderen Medienbericht oder über die Social Media Profile der Organisationen oder #notentwaste davon erfahren... In diesem Beitrag berichten die beiden #notentwaste Verantwortlichen fürs Openair Gampel Rilana und Thea von ihren Erfahrungen.


Wir machten uns mit Sack und Pack auf ans OpenAir Gampel. Der weitgezogene, noch leere Campingplatz war eindrücklich. In wenigen Stunden würden massenhaft Festivalbesucher*innen hineinströmen. Über 100'000 Personen wurden für die kommenden vier Tage erwartet. Wir richteten uns am Eingang des Geländes ein, um gleich mit den Leuten in Kontakt zu treten und sie auf das Anliegen von #notentwaste aufmerksam zu machen.
Mit viel Elan und mit Hilfe unseres Schwur-Stempels und dem Motto "hei näh oder üs gäh.", sprachen wir ab dem frühen Donnerstagmorgen bis und mit Sonntagmittag vorbeiziehende Festivalbesucher*innen an und erhielten von ihnen grösstenteils volle Zustimmung für ein sauberes und nachhaltiges Festival. Die Körperstempel gaben uns die Möglichkeit, unsere Botschaft aufgrund des Wiedererkennungswerts auch auf dem Festivalgelände zu verbreiten. Es wurde ein regelrechter Hit und viele Leute kamen am nächsten Tag wieder vorbei und wollten den Stempel erneuert haben. Zusätzlich nutzten wir fleissig Social Media, wie Facebook und insbesondere Instagram. Wie letztes Jahr am Gampel Openair berichteten verschiedene Medien über unser Projekt.

Die Stempel erlangten eine gewisse Beliebtheit…

Die Stempel erlangten eine gewisse Beliebtheit…

Unser Einsatz war ein voller Erfolg! Mit der Hilfe von 14 weiteren Freiwilligen, die am Sonntag ankamen, sowie der Unterstützung von 30 Asylsuchenden (gestellt vom Openair Gampel) sammelten wir insgesamt 130 Zelte, 525 Blachen, 20 Schlafsäcke und 60 Schlafmatten. Das sind tiefere Zahlen als letztes Jahr. Daraus schliessen wir, dass unsere Sensibilisierungsarbeit Früchte trug!

Wir schafften es glücklicherweise alles rechtzeitig in die Transporter zu verpacken, bevor ein starker Gewittersturm über Gampel ausbrach. Das gesamte Material wird ausschliesslich obdachlosen Menschen in Not zu Gute kommen. Folgt uns auf Social Media und erfährt mehr. Wir danken allen Freiwilligen für ihren tollen Einsatz und natürlich auch einen grossen Dank an das Openair Gampel für die gute Zusammenarbeit. Bis nächstes Jahr, Gampel!

Ein Bild, das sich an so manchen Festivals bietet, nachdem die meisten Besucher abgereist sind…

Ein Bild, das sich an so manchen Festivals bietet, nachdem die meisten Besucher abgereist sind…

Ohne die vielen freiwilligen Helfer ginge gar nichts. Danke!

Ohne die vielen freiwilligen Helfer ginge gar nichts. Danke!

Auch zum Openair Gampel gibt es einen Fernsehbeitrag. Ihr findet uns ab Minute 9.

#notentwaste ist auch in Graubünden angekommen!

Wir freuen uns, euch im Rahmen unserer Blogeinträge diese Woche vom erfolgreichen #notentwaste Sommer zu berichten. Gemeinsam mit den Organisationen Be Aware And Share, Verein Fair und Stand Up For Refugees (alle zusammen gehören wir zum Dachverband der freiwilligen humanitären Hilfe Schweiz "Dahumas") haben in diesem Sommer 2019 an vier Openairs unzählige liegen gebliebene Mätteli, Zelte und Blachen gesammelt. Vielleicht habt ihr im einen oder anderen Medienbericht oder über die Social Media Profile der Organisationen oder #notentwaste davon erfahren... In diesem Beitrag berichten die beiden #notentwaste Verantwortlichen fürs Openair Lumnezia Lisa und Angelina von ihren Erfahrungen.


Es war das erste Mal für #notentwaste am Openair Lumnezia. Direkt beim Eingang durften wir die Festivalbesucher*innen abfangen, anquatschen und sie mit unseren Stempeln für uns gewinnen. «Schwörsch, dass du am Endi vom Festival ALL dis züüg wieder mitnimsch und nüt lahsch la lige – oder das es üs abgisch?» - «i schwörä!» - und dann gab’s einen fetten Stempel auf den Oberschenkel, auf die Wange, auf den Rücken oder den Arm. So, dass sich das richtig «einbrennt» und sie sich auch noch am Sonntag morgen mit üblem Kater daranhalten würden.

Auch er hat geschworen, seine Campingmaterialien wieder mitzunehmen oder uns abzugeben…

Auch er hat geschworen, seine Campingmaterialien wieder mitzunehmen oder uns abzugeben…

Für #notentwaste waren acht freiwillige Helferinnen voll im Einsatz. Gar nicht so ganz ohne, immer präsent zu sein, die Leute zu überzeugen etwas zu tun, dass sie vorher vielleicht anders gemacht hätten. Grundsätzlich kamen wir sehr gut an. Am Sonntag sprachen wir mit Robert, dem Chef des Entsorgungsunternehmens, welches schon jahrelang am Sonntagmittag nach dem Festival 50 Leute aufs Gelände schickt und alles Zurückgelassene an Campingmaterialien und Abfall zusammenräumt. Robert, der mit seinem geschulten und erfahrenen Auge übers Gelände schaute, sagte mit lobenden Worten, dass er dieses Jahr tatsächlich weniger Zelte auf dem Gelände sieht - das ist ein Kompliment!

Da das weitläufige Gelände nicht gut mit unseren Vans befahren werden konnte, wurden diese kleinen Leiterwagen zur Hilfe genommen.

Da das weitläufige Gelände nicht gut mit unseren Vans befahren werden konnte, wurden diese kleinen Leiterwagen zur Hilfe genommen.

Hier also die Fakten: Wir sammelten insgesamt 100 Zelte, 230 Planen, 15 Schlafsäcke und 20 Matten. Leider regnete es zwischendurch in Strömen. Das Material war nass und schwer. Wir mussten am nächsten Tag Leute zusammentrudeln, damit wir in der grossen Halle und auf der Schützenmatte in Bern das gesammelte Material putzen und trocknen konnten. Das war ein Krampf. Alles in allem hat es sich aber gelohnt. Wir danken allen Beteiligten: Openair Lumnezia, REFY, Verein Fair, SUFR, Tankstelle Nidau, Grosse Halle, Platzkultur, BAAS, KUNE und DAHUMAS.

Das glückliche Team vom Lumnezia kurz vor der Abfahrt mit den vollbepackten Vans.

Das glückliche Team vom Lumnezia kurz vor der Abfahrt mit den vollbepackten Vans.

Die ausgelegten Zelte und Blachen in der grossen Halle in Bern. Das war wirklich ein Krampf…

Die ausgelegten Zelte und Blachen in der grossen Halle in Bern. Das war wirklich ein Krampf…

Den Beitrag auf RTR zum Openair Lumnezia findet ihr hier. Ab Minute 9 handelt der Beitrag vom Abfallproblem am Festival und von der Arbeit von #notentwaste.

#notentwaste am Gurtenfestival 2019

In diesem Beitrag berichten die beiden #notentwaste Verantwortlichen fürs Gurtenfestival Matthias und Lilian von ihren Erfahrungen.


Nach dem ersten Treffen mit den Gurtenfestival-Leuten waren wir uns nicht ganz sicher, ob es #notentwaste überhaupt auf dem Berner Heimberg braucht. Gemeinsam haben wir uns jedenfalls auf einen "light"-Ansatz geeinigt - so haben wir ausschliesslich am Sonntagmorgen Zelte in der Sleeping-Zone gesammelt. Mit einem kleinen Team von knapp 10 Leuten haben wir uns frühmorgens auf den Weg auf den Gurten gemacht, beim Ausgang der Sleeping-Zone unseren kleinen Stand aufgestellt und uns auf einen intensiven Tag eingestellt.
Wir waren total positiv überrascht, wie es in der Sleeping Zone aussah - keine Spur von Müllbergen und verwüsteten Zelten. Ebenso hat die grosse Mehrheit der Besucher vorbildhaft seine sieben Sachen zusammengeräumt und mit nach Hause genommen. Dementsprechend klein war auch unsere "Ausbeute". Wir haben rund 15 Zelte und wenige Schlafsäcke und Mätteli zusammengeräumt bzw. gespendet bekommen. Wir sind komplett zufrieden mit diesem Resultat. Es war schön zu sehen, dass es möglich ist, ein Open-Air auch ohne grosse Materialverschwendung in der Sleeping-Zone zu organisieren. Unsere Komplimente dafür ans Gurtenfestival - dies könnte vielen anderen Organisatoren als gutes Vorbild dienen.

Einpacken aller gesammelten Materialien in den Van

Einpacken aller gesammelten Materialien in den Van

Interview mit Telebärn. Den Beitrag findet ihr  hier .

Interview mit Telebärn. Den Beitrag findet ihr hier.

Sind wir Ratten in Paris?

Text: Rilana Stöckli, Fotos: Manuel Lopez

Rilana und Manuel fuhren im Februar 2019 mit einer Ladung sortierter und gesammelter Kleidern aus dem Sonnenhaus in Köniz nach Paris zum Team von Paris Refugee Ground Support. Während vier Nächten halfen sie auf der Strasse beim Verteilen von Decken und Schlafsäcken und weiteren essentiellen Dingen. Manuel hat das ganze fotografisch begleitet. In den Nächten kamen viele Gedanken auf. In einer kurzen Geschichte hat Rilana einige ihrer Gedanken zusammengefasst:

Ich warte im Auto.

Eklig, mit ihren nackten Schwänzen, flitzen sie in einer Schar über den dunklen Parkboden. Nur ihre Silhouetten können dank der flackernden Strassenlaternen erkannt werden. Es sind fünfzehn, nein, mindestens zwanzig blitzschnelle Nager die regelmässig in faustgrossen Löchern im kahlen Erdboden des Parks verschwinden und wieder auftauchen. Abwechslungsweise knabbern immer fünf von ihnen hektisch an dem Plastiksack, der mit der lächerlichen Absicht, den Park sauber zu halten, in einen der öffentlichen Abfalleimer gespannt wurde.

Noch einige Minuten schaue ich den fleissigen Rackern bei ihrer nächtlichen Aktion zu, bevor ich begreife, dass ich irgendwie Empathie für sie entwickelt habe.

«Weiter geht’s, die Männer am Feuer haben jetzt alles. Sie schlafen nicht hier. Einige von ihnen weiter vorne, unter der Brücke und einige in der kleinen Strasse hinter dem grossen Hotel.»

Wir fahren Richtung Kanal. Ob die unterirdischen Gänge der Ratten wohl auch bis dorthin führten?

Kurzer Besuch bei der Stammrunde zwischen den Zelten neben dem Kanal. Sie berichten, dass heute hier nur zwei Neue angekommen seien, die noch keinen Schlafsack hätten. Wir versorgen sie mit dem Nötigsten gegen die Kälte. Heute Nacht misst der Thermometer wie die vergangenen Nächte genau null Grad. 

Ich setze mich hinten in den Van, so habe ich Zeit zum Nachdenken. Was denken wohl die wichtigen Leute oben in der französischen Regierung? Ob sie wohl die Männer mit den Ratten verglichen? Beides Plagen, die möglichst vom Pariser Tageslicht versteckt gehalten werden müssen?  

«Schaut kurz nach Leuten auf den Lüftungen dort drüben, bitte». Einer der sichersten Schlafplätze in Paris scheinen die Lüftungsabdeckungen von der überschüssigen Wärme aus der Metro zu sein. Ratten würde ich hier bestimmt keine antreffen, nein, denn so viel Licht und Autolärm wie hier würden die nicht vertragen. Einer, er liegt alleine da, scheint es nicht zu seinem gewollten Schlafplatz geschafft zu haben. Mit einer Handbewegung versucht er Richtung Brücke zu zeigen, wo auch viele andere waren. Er liegt mit dem Kopf auf seinem Rucksack eingerollt da, kann sich kaum bewegen vor Müdigkeit. Ich lege eine grosse, rote Decke auf ihn und seine Augen sind schon wieder weg. «Bon courage», flüstere ich und wir fahren weiter.

Männer, älter als 18 Jahre werden als weniger vulnerabel als alle anderen eingestuft. «Weniger vulnerabel» müsste in Paris vielleicht eher «Überlebenskünstler» heissen, denn wenn du das als Mann über 18 nicht bist, hast du keine Chance.

Ob sie sich wohl überlegen, was die Europäer von ihnen denken? Ob sie sich wohl schon gefragt haben: «Sind wir Ratten?». Unerwünscht, hässlich, unmenschlich, nutzlos und mühselig?

Ein Notruf. Eine Familie mit drei Kindern sei gerade angekommen und warte unter der Brücke beim Feuer auf den nächsten Morgen. Es ist zu spät in der Nacht, als dass jetzt noch eine Unterkunft für sie gefunden werden könnte. Wir fahren hin, sind angespannt und müde. Als wir ankommen treffen wir ungefähr zwölf Männer an, die noch wach sind und ausserdem die Familie: Eine Frau mit ihren drei Jungen, der älteste vielleicht neun Jahre alt. Niemand kennt sie, niemand spricht die gleiche Muttersprache wie sie. 

Wir erklären ihnen, dass sie die Nacht hier verbringen müssen, wir hätten aber ein Zelt, Schlafsäcke und Decken mitgebracht. Während ich mich mit der Frau unterhalte und versuche rauszufinden, ob sie sonst noch etwas brauchen, holen die anderen das Material. Die Männer helfen das Zuhause dieser Nacht für die Familie zu errichten. Sie legen die Decken zur Isolation auf den Zeltboden und fragen nach Essen, Trinken und anderen Dingen für die Familie. Das Bedürfnis zu helfen, Fürsorglichkeit und Herzlichkeit scheint auch unter diesen frustrierenden Lebensbedingungen bei niemandem verloren gegangen zu sein.

Jetzt noch eine letzte Kontrollfahrt zu einem kleinen Park in einer Wohnsiedlung, wo sich schon seit mehreren Nächten die gleichen Leute eingenistet haben. Nur ein junger Mann, der noch keinen Schlafplatz gefunden hat sitzt am Strassenrand und hält sich die Hände vors Gesicht. Er weint. Und dann noch dieser eine Mann, der im Schlafsack neben vier anderen liegt, seinen Oberkörper an die Wand gelehnt hat und liest. Welch Stärke er damit ausdrückt, was für eine Menschlichkeit und was für eine Botschaft: Nein, Ratten sind wir nicht!

Wir waren vier Nächte in Paris. Es war trocken und die Temperaturen waren kaum unter Null. Das Team von Paris Refugee Ground Support ist schon seit drei Jahren jeden Winter jede Nacht auf den Strassen von Paris unterwegs. Sie brauchen all ihre Kräfte um den Menschen, die nichts mehr haben etwas Wärme zu schenken, ja sogar das Leben zu retten. Sie brauchen unsere Unterstützung, da sie sich ausschliesslich mittels Spenden an der Stange halten können: Jede Spende zählt - PRGS!

Lesbos, Sommer 2018

Rilana und Sarah von KUNE Aid haben in den Sommerferien drei resp. zwei Wochen auf der griechischen Insel Lesbos verbracht um im Projekt Bashira von SAO Association mitzuhelfen. Im Folgenden erzählen sie von ihren Erfahrungen:

Bashira ist ein Projekt unserer Partnerorganisation SAO, mitten in der Inselhauptstadt Mytilini gelegen. Es ist ein Tageszentrum für flüchtende Frauen wo Angebote, wie Sprachkurse, Schwimmkurse und «Arts and Crafts» angeboten werden. Ein besonderer Fokus soll auf die soziale, psychologische und rechtliche Unterstützung der Frauen gelegt werden. Ausserdem dient das Zentrum als Rückzugsort, wo es z.B. auch möglich ist das Kopftuch abzulegen und zu duschen. Die meisten Frauen die wir getroffen haben, kommen gerne und regelmässig ins Bashira Center und verbringen auch mehrere Stunden dort. Sonia, die das Zentrum vor Ort leitet, hat es zusammen mit den Frauen von SAO und diversen Volontärinnen geschafft, eine friedliche und fröhliche Atmosphäre zu schaffen und den Frauen einen Ort der Ruhe und Sicherheit zu bieten. Bashira ist ausschliesslich für Frauen und deren bis 2 Jahre alten Kinder zugänglich. Bashira ist auf viele Sach- und Geldspenden angewiesen und funktioniert nur mithilfe der Einsätze von Volontärinnen.

Mytilini bei Abenddämmerung

Mytilini bei Abenddämmerung

Wo seht ihr die grössten Probleme in Bezug auf die Flüchtenden auf der Insel Lesbos?

Rilana: Das Camp Moria verfügt über eine Kapazität von rund 2'500 Personen, es wohnen aber um die 8'000 Menschen zwischen den Stacheldrahtzäunen und Mauern. Die Folgen davon sind leicht zu verstehen: es mangelt an Hygiene, es kommt jeden Tag zu starken Reibungen und Schlägereien und die Versorgung in sämtlichen Bereichen hinkt stets mit zwei Beinen hinter her. Und, so schlimm es auch ist für die Flüchtenden, als Tourist bestünde die Möglichkeit, eine Stunde gegen Westen oder Norden zu fahren und eine der vielfältigsten Inseln Griechenlands zu geniessen. Doch Lesbos steht in keinem Reisekatalog mehr und die Tourismusbranche der Insel leidet massiv darunter. Aber nebst all den Restaurants und Bars in Mytilini, die Asylsuchenden teilweise den Zutritt verwehren, ist es auch immer wieder schön zu beobachten, wie andere Bewohner der Insel mit den geflüchteten Menschen zusammenarbeiten und viel Neues entstehen kann.

Sarah: Es hat in und um Moria einfach von allem zu wenig für die vielen Menschen. Es hat zu wenig Betreuung, zu wenig Güter und zu wenig Platz. Wahrscheinlich ist es immer dieselbe Gruppe von Menschen, die die Hilfe bekommt aber der grösste Teil geht leer aus. Dies ist wohl natürlich und auf gewisse Charakterzüge zurückzuführen. Es führt aber auch dazu, dass die Schwächsten, welche sich nicht in den Vordergrund stellen können wohl irgendwie vergessen werden. Das ganze System an sich ist einfach total überlastet. Es dauert ewig, bis eine Person einen Entscheid erhält oder im Asylprozess einen Schritt weiterkommt. Die Brennpunkte der Insel sind sehr stark durch die vielen Menschen belastet und leidet unter zu wenig Touristen und viel Abfall. Es ist erstaunlich, wie gut das Zusammenleben mit der lokalen Bevölkerung funktioniert, aber trotzdem werden natürlich (wie überall in Europa) auch kritische Stimmen laut. Ich finde das verständlich, aber es muss darauf Acht gegeben werden, dass die Stimmung nicht plötzlich kippt.

 

Warum sind Projekte wie Bashira für Frauen so wichtig?

Sarah: In den meisten Kulturen, aus denen sich Frauen auf Lesbos befinden, können Frauen viel weniger stark mit ihren Bedürfnissen in den Vordergrund treten, als dies bei uns der Fall ist. So leiden sie stillschweigend im Hintergrund, haben immer noch die Aufgabe die Kinder gross zu ziehen und müssen frustriert feststellen, dass dies unter den vorherrschenden Verhältnissen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Das Bedürfnis nach Rückzugsmöglichkeiten und auch banalen Dingen wie Körperpflege kann gerade im Camp Moria nicht gestillt werden. Während viele Männer den ganzen Tag in der Stadt Mytilini verbringen, würden die Frauen ohne Bashira zuhause in Moria bleiben und dort Stunden, Minuten und Sekunden zählen. Bashira ist hier eine Lösung, wie mindestens ein paar Frauen geholfen werden kann und bietet ihnen die Möglichkeiten, welche im Wettbewerb des Alltags nur den lauten Männern im Vordergrund zuteilwerden. So kann enorm viel Intelligenz, Neugier und Lebensfreude gerettet werden: Nicht selten passierte auch während unseres Aufenthaltes, dass bisher unerkannte Talente entdeckt wurden und plötzlich ein breites Grinsen die sonst so ernsten Gesichter schmückte.

Rilana: Die Not scheint endlos, die Hilfe dafür winzig. Für geflüchtete Frauen ist die Situation besonders herausfordernd und gefährlich aufgrund ihrer Vulnerabilität. Bashira kann nicht allen Frauen helfen, aber wenn wir es schaffen, dass vier Frauen die Bewegung vom Brustschwimmen verstehen, zehn Frauen über ihre Rechte in ihrer Situation Bescheid wissen und eine Frau am Ende des Tages mit einem Lachen aus dem Haus geht, dann haben wir gewonnen. Dazu eine kleine Geschichte: Ich führe die Registrierung mit einer Westafrikanerin im Bashira Center durch. Sie ist schwanger und mit ihrem kleinen Kind vor ein paar Wochen alleine auf Lesbos angekommen. Nachdem ich ihr alle Fragen gestellt habe, die wir für die Registrierung brauchen und ihr alle Regeln des Hauses erklärt habe, sieht sie mich an. Sie antwortet nichts und beginnt zu weinen. Sie ist so unglaublich erleichtert, einen Ort gefunden zu haben, wo man sie anhört und sie sich sicher fühlen kann. Am nächsten Tag frage ich sie, wie es ihr geht und sie antwortet: An einem Ort, wo mich alle anlächeln, wie soll es mir hier schlecht gehen? Deshalb.

 

Bashira-Schwimmkurse mit Sarah, Johanna und Rilana. Die Frauen verloren die Angst vor den Wellen, verstanden die Froschbewegungen und lachten aus tiefstem Herzen.

SAO Association stellt ihr Bashira Centre in diesem Video vor. Für Spenden besucht ihre Website: https://www.sao.ngo  

 

Was müsste eurer Meinung nach auf Lesbos verändert werden, um die Situation der Flüchtenden allgemein zu verbessern?

Sarah: Ich finde es eigentlich bemerkenswert, wie Griechenland mit der Situation umgeht und trotzdem habe ich das Gefühl, wird das Land weitgehend mit dem Problem im Stich gelassen. Wenn sich hier ein fairer Deal mit allen europäischen Staaten finden würde, wäre sicher auch massiv mehr Kapazität vorhanden um den Flüchtenden auf Lesbos eine Alternative anzubieten und die Leute auf ganz Europa zu verteilen. Ich denke, es bräuchte mehr personelle und finanzielle Ressourcen dafür und ich sehe hier die anderen europäischen Staaten als Akteure die jetzt handeln und die ihre Verantwortung als Staaten übernehmen müssen.

Rilana: Es ist problematisch, dass der EU-Türkei Deal dazu geführt hat, dass die Insel nicht einladender oder attraktiver erscheinen darf, aus Angst, dass dies noch mehr Flüchtende anziehen würde. Meiner Meinung nach ist vor allem die griechische Bürokratie ein riesiges Hindernis, dass nicht auch mehr kleinere Organisationen auf der Insel Freizeitangebote machen können. Ausserdem ist es schwierig, die Angebote fair zu verteilen und so gilt die Regel des Glücks. Wer einen starken Charakter hat und mit ein wenig Glück gesegnet wird, profitiert von den Hilfsorganisationen, die anderen gehen unter.

 

Ist es euch schwergefallen, wieder in den Schweizer Alltag zurück zu kehren?

Sarah: Mir persönlich nicht unbedingt, denn ich habe noch ein paar freie Tage in Griechenland eingelegt. Hier bin ich vor allem sehr dankbar, wie gut es uns eigentlich geht und versuche, diese positive Lebenseinstellung auch in schwierigen Situationen zu behalten. Aber diese Unterschiede zu sehen, ist natürlich sehr paradox und ich denke oft an die Zeit auf Lesbos zurück und durchlebe bestimmte Situationen nochmals.

Rilana: Für mich hingegen war es sehr schwer, mich wieder in der Schweiz einzuleben, vielleicht auch, weil mich hier kein geregelter Tagesablauf erwartete. Auf Lesbos fühlte ich mich jeden Tag nützlich und glaubte daran, dass meine Arbeit einen direkten positiven Einfluss auf die Frauen hatte. Ausserdem war ich bereits vor zwei Jahren auf Lesbos und habe diesen Sommer sehr emotionale Wiedersehen mit Freunden erlebt und musste schockiert feststellen wie prekär die Zustände immer noch sind. Aber es hat mich in meiner Meinung umso mehr gestärkt, immer wieder für Menschen einzustehen, sie anzuhören und mich für sie zu interessieren.

 

Habt ihr etwas gesehen, dass euch nachhaltig geprägt hat und euch immer noch beschäftigt?

Rilana: Ja. Auf dem sogenannten «Lifejacket graveyard» werden die tausenden Schwimmwesten entsorgt, die die Flüchtenden auf ihrer Meeresüberquerung von der Türkei nach Lesbos jeweils trugen. Hinter jeder dieser Westen steckt eine Geschichte, ein Mensch, der sich in seiner Heimat nicht sicher genug gefühlt hatte, um dort zu bleiben. Als ich inmitten dieser orangen Schwimmwesten-Hügel stand, hat es sich angefühlt wie ein lebendiges Auschwitz.

Sarah: Mich prägen vor allem die Bilder der Flüchtlingskinder hinter den Stacheldrähten von Moria. Es gibt mir einen Stich ins Herz zu sehen, wie diese Kinder aufwachsen müssen ohne genau zu verstehen, was hier vor sich geht. Auf der anderen Seite ist es auch sehr schön, zu sehen, dass die Kinder nicht nach Herkunft unterscheiden. Sie spielen alle zusammen, egal ob die Eltern Muslime oder Christen, aus Westafrika oder aus dem arabischen Raum stammen. Ich hoffe fest, dass sie diese Offenheit beibehalten und sich Freundschaften bilden mögen. Was mich auch beeindruckt hat, ist der Erfolg unserer Schwimmkurse. Wir waren mit einer Gruppe vier Mal für etwas mehr als eine Stunde schwimmen. Die fünf Frauen aus Kamerun waren vorher noch nie ganz im Wasser und konnten sich nach diesen vier Schwimmstunden über Wasser halten. Mich hat beeindruckt, wie sehr sie schwimmen lernen wollten und wie ausdauernd sie dabei waren. Ich hoffe nun, dass diese Kurse auch ohne uns fortgesetzt werden können und dass ganz viele Frauen die lebensrettende Fähigkeit erlernen, sich über Wasser halten zu können.

 

Der "Lifejacket graveyard" in der Nähe von Molivos. Über eine halbe Million Schwimmwesten wurden in dieser Müllgrube "entsorgt".

Der "Lifejacket graveyard" in der Nähe von Molivos. Über eine halbe Million Schwimmwesten wurden in dieser Müllgrube "entsorgt".

Steht ihr noch in Kontakt mit Flüchtenden und anderen VolontärInnen und wenn ja, hat sich seit eurem Einsatz etwas verändert?

Sarah: Ja, ich habe noch Kontakt einigen Frauen und zwei Männern, die zwar geflüchtet sind, aber auch als Volontäre gearbeitet haben. Meines Wissens ist die Situation immer noch mehr oder weniger dieselbe. Ich bin aber sicher, dass ich wieder einmal zurück kehren werde um alle die wundervollen Menschen, die wir getroffen haben wieder zu sehen.

Rilana: Ja, wie überall auf der Welt geht mein Herz auf, wenn ich mit Menschen in Kontakt komme und ich schliesse Freundschaften. Es tut sich schon immer wieder was für Einzelfälle, die Gesamtsituation bleibt aber die gleiche.

 

Was kann ich als Einzelperson in der Schweiz beitragen?

Rilana: Informiere dich über die kleinen Organisationen in deiner Region und in Griechenland. Was sie tun, wo sie gerade sind und was sie brauchen. Es kann sein, dass sie dich für einen Nachmittag zum Sortieren brauchen, dass sie deine finanzielle Unterstützung benötigen oder dass du mit einem persönlichen Angebot etwas beitragen kannst. Und sonst: nimm dir Zeit, mit Menschen in Kontakt zu kommen, dich mit ihnen auszutauschen und gehe ohne Vorurteile auf jeden Einzelnen zu – die spürbare Dankbarkeit ist überwältigend.

Sarah: Genau, dem habe ich nichts mehr beizufügen. Ich glaube es ist am Wichtigsten, dass hierzulande nicht vergessen geht, dass es immer noch so viele Menschen auf der Flucht gibt, auch wenn die Medien nicht mehr jeden Tag darüber berichten. Und dazu gehört auch das Selbstverständnis, wie gut es uns hier eigentlich geht. Es ist wichtig, mit so vielen Leuten wie möglich darüber zu sprechen und zu diskutieren. Denn wir haben ja eigentlich keine Ahnung, wie viel Glück wir hatten, in der Schweiz geboren worden zu sein.

 

Sarah beim Nähen im Blue Room im Bashira Centre

Sarah beim Nähen im Blue Room im Bashira Centre

Rilana unten rechts und Sarah oben, Zweite von links, sagen: Wir bedanken uns noch einmal aus tiefstem Herzen bei unserem Bashira Team. Es war grossartig mit euch starken Frauen zusammenzuarbeiten!

Rilana unten rechts und Sarah oben, Zweite von links, sagen: Wir bedanken uns noch einmal aus tiefstem Herzen bei unserem Bashira Team. Es war grossartig mit euch starken Frauen zusammenzuarbeiten!

Besucht Lesbos in euren Ferien! Es ist wunderschön.

Besucht Lesbos in euren Ferien! Es ist wunderschön.

# NO TENT WASTE

Wie die meisten von euch wahrscheinlich mitbekommen haben, waren wir mit KUNE am Projekt #NoTentWaste beteiligt. Zusammen mit den Organisationen Be Aware And Share, Stand Up For Refugees, Verein Fair und Rastplatz haben wir während vier Tagen am OpenAir Gampel alles Brauchbare für Menschen in Not gesammelt, was sonst liegengeblieben wäre. Die Organisationen SAO, Basel Hilft Mit und REFY haben uns ausserdem mit ihren Fahrzeugen unterstützt und im Lager von letzterer können wir die Güter nun versorgen, bis klar ist, wohin es transportiert wird.

Lest hier den Abschlussbericht von #notentwaste aus Facebook:

Wir sind durch. Fertig. Done.

Was für Tage am Openair Gampel. Ohne Vorahnung, was uns erwarten wird, sind wir am Mittwochabend ins schöne Wallis gefahren. Stand aufgebaut, Zeltstadt errichtet. 

Donnerstagmorgen mit Flyer verteilen gestartet. Dies dann am Freitag und Samstag weitergeführt. 

Freitagmorgen, erste Spende. Ueeeeeh. 

Dann kamen die Medien. Radio Rottu, SRF3, nau.ch, der Blick... ein riesiges Interesse an dieser Geschichte, die plötzlich ein ganzes Festival umkrempelt. (siehe Videos unten)

Wir waren komplett baff. Leicht überfordert und irgendwie funktionierend, aber trotzdem stets mit vollem Herzblut, Einsatz und Ausdauer am weitermachen. 

Am Abend haben wir uns dann die erwünschte Pause gegönnt und gingen aufs Festivalgelände rein. Bisschen Konzerte geniessen. Immer noch waren wir alle im Team völlig perplex von der wunderbaren positiven Akzeptanz der Besucherinnen und Besucher des Openair Gampel. Geschätzte 90% sagten uns immer wieder “ich nehm sicher alles mit nach Hause”, “oh, eine gute Sache. Unterstütze ich sehr gerne”. Wir dachten uns immer wieder zwischendurch, dass dies auch Sprüche sein könnten, die man zu Beginn - in voller Frische - mal so sagt. 

Aber nein, der Sonntag hat es uns gezeigt. 7.30 Uhr Stand geöffnet, die ersten kamen mit ihren Zelten, Schlafsäcken, Mätteli, Pavillons usw. und haben und ihre Sachen überreicht. Alles für Menschen in Not. 

Sonntag Mitternacht. Fertig. Den ganzen Tag über kamen Leute vorbei, haben ihre Festivalausrüstung gespendet, sogar Jetons überreicht und gedankt. 

Wir waren komplett am “Fittla” - wie im Wallis gesagt wurde. 

Folgendes wurde gespendet (grob):
- 280 Zelte
- 150 Isoliermatten
- 80 Schlafsäcke
- 850 Pavillons Abdeckplanen
- 2 Pumpen, um die Matratzen zu füllen
- Sonnenbrillen
- Regenpellerinen
- Schuhe
- T-Shirts
- usw usw

Danke ALLEN, die was gespendet haben. 
Danke dem Openair Gampel, dass ihr uns vertraut habt. 
Danke den Medien für ihr Interesse. 
Danke allen, die mitgeholfen haben. 
Danke an SAO und BaHm für die Busse. 
Danke an REFY für das Abholen, transportieren und lagern im Refy-Lager.
Danke an Furter & Co für die Warnwesten. 

Und an alle, die ihre Habseligkeiten zerstört und auf dem Feld verstreut haben:

Wir kommen wieder! Versprochen!

 

 

SRF 3 am OpenAir Gampel im Interview mit Angelo von #notentwaste

Radio Rottu am OpenAir Gampel im Interview mit Jessica von #notentwaste