Sind wir Ratten in Paris?

Text: Rilana Stöckli, Fotos: Manuel Lopez

Rilana und Manuel fuhren im Februar 2019 mit einer Ladung sortierter und gesammelter Kleidern aus dem Sonnenhaus in Köniz nach Paris zum Team von Paris Refugee Ground Support. Während vier Nächten halfen sie auf der Strasse beim Verteilen von Decken und Schlafsäcken und weiteren essentiellen Dingen. Manuel hat das ganze fotografisch begleitet. In den Nächten kamen viele Gedanken auf. In einer kurzen Geschichte hat Rilana einige ihrer Gedanken zusammengefasst:

Ich warte im Auto.

Eklig, mit ihren nackten Schwänzen, flitzen sie in einer Schar über den dunklen Parkboden. Nur ihre Silhouetten können dank der flackernden Strassenlaternen erkannt werden. Es sind fünfzehn, nein, mindestens zwanzig blitzschnelle Nager die regelmässig in faustgrossen Löchern im kahlen Erdboden des Parks verschwinden und wieder auftauchen. Abwechslungsweise knabbern immer fünf von ihnen hektisch an dem Plastiksack, der mit der lächerlichen Absicht, den Park sauber zu halten, in einen der öffentlichen Abfalleimer gespannt wurde.

Noch einige Minuten schaue ich den fleissigen Rackern bei ihrer nächtlichen Aktion zu, bevor ich begreife, dass ich irgendwie Empathie für sie entwickelt habe.

«Weiter geht’s, die Männer am Feuer haben jetzt alles. Sie schlafen nicht hier. Einige von ihnen weiter vorne, unter der Brücke und einige in der kleinen Strasse hinter dem grossen Hotel.»

Wir fahren Richtung Kanal. Ob die unterirdischen Gänge der Ratten wohl auch bis dorthin führten?

Kurzer Besuch bei der Stammrunde zwischen den Zelten neben dem Kanal. Sie berichten, dass heute hier nur zwei Neue angekommen seien, die noch keinen Schlafsack hätten. Wir versorgen sie mit dem Nötigsten gegen die Kälte. Heute Nacht misst der Thermometer wie die vergangenen Nächte genau null Grad. 

Ich setze mich hinten in den Van, so habe ich Zeit zum Nachdenken. Was denken wohl die wichtigen Leute oben in der französischen Regierung? Ob sie wohl die Männer mit den Ratten verglichen? Beides Plagen, die möglichst vom Pariser Tageslicht versteckt gehalten werden müssen?  

«Schaut kurz nach Leuten auf den Lüftungen dort drüben, bitte». Einer der sichersten Schlafplätze in Paris scheinen die Lüftungsabdeckungen von der überschüssigen Wärme aus der Metro zu sein. Ratten würde ich hier bestimmt keine antreffen, nein, denn so viel Licht und Autolärm wie hier würden die nicht vertragen. Einer, er liegt alleine da, scheint es nicht zu seinem gewollten Schlafplatz geschafft zu haben. Mit einer Handbewegung versucht er Richtung Brücke zu zeigen, wo auch viele andere waren. Er liegt mit dem Kopf auf seinem Rucksack eingerollt da, kann sich kaum bewegen vor Müdigkeit. Ich lege eine grosse, rote Decke auf ihn und seine Augen sind schon wieder weg. «Bon courage», flüstere ich und wir fahren weiter.

Männer, älter als 18 Jahre werden als weniger vulnerabel als alle anderen eingestuft. «Weniger vulnerabel» müsste in Paris vielleicht eher «Überlebenskünstler» heissen, denn wenn du das als Mann über 18 nicht bist, hast du keine Chance.

Ob sie sich wohl überlegen, was die Europäer von ihnen denken? Ob sie sich wohl schon gefragt haben: «Sind wir Ratten?». Unerwünscht, hässlich, unmenschlich, nutzlos und mühselig?

Ein Notruf. Eine Familie mit drei Kindern sei gerade angekommen und warte unter der Brücke beim Feuer auf den nächsten Morgen. Es ist zu spät in der Nacht, als dass jetzt noch eine Unterkunft für sie gefunden werden könnte. Wir fahren hin, sind angespannt und müde. Als wir ankommen treffen wir ungefähr zwölf Männer an, die noch wach sind und ausserdem die Familie: Eine Frau mit ihren drei Jungen, der älteste vielleicht neun Jahre alt. Niemand kennt sie, niemand spricht die gleiche Muttersprache wie sie. 

Wir erklären ihnen, dass sie die Nacht hier verbringen müssen, wir hätten aber ein Zelt, Schlafsäcke und Decken mitgebracht. Während ich mich mit der Frau unterhalte und versuche rauszufinden, ob sie sonst noch etwas brauchen, holen die anderen das Material. Die Männer helfen das Zuhause dieser Nacht für die Familie zu errichten. Sie legen die Decken zur Isolation auf den Zeltboden und fragen nach Essen, Trinken und anderen Dingen für die Familie. Das Bedürfnis zu helfen, Fürsorglichkeit und Herzlichkeit scheint auch unter diesen frustrierenden Lebensbedingungen bei niemandem verloren gegangen zu sein.

Jetzt noch eine letzte Kontrollfahrt zu einem kleinen Park in einer Wohnsiedlung, wo sich schon seit mehreren Nächten die gleichen Leute eingenistet haben. Nur ein junger Mann, der noch keinen Schlafplatz gefunden hat sitzt am Strassenrand und hält sich die Hände vors Gesicht. Er weint. Und dann noch dieser eine Mann, der im Schlafsack neben vier anderen liegt, seinen Oberkörper an die Wand gelehnt hat und liest. Welch Stärke er damit ausdrückt, was für eine Menschlichkeit und was für eine Botschaft: Nein, Ratten sind wir nicht!

Wir waren vier Nächte in Paris. Es war trocken und die Temperaturen waren kaum unter Null. Das Team von Paris Refugee Ground Support ist schon seit drei Jahren jeden Winter jede Nacht auf den Strassen von Paris unterwegs. Sie brauchen all ihre Kräfte um den Menschen, die nichts mehr haben etwas Wärme zu schenken, ja sogar das Leben zu retten. Sie brauchen unsere Unterstützung, da sie sich ausschliesslich mittels Spenden an der Stange halten können: Jede Spende zählt - PRGS!

Lesbos, Sommer 2018

Rilana und Sarah von KUNE Aid haben in den Sommerferien drei resp. zwei Wochen auf der griechischen Insel Lesbos verbracht um im Projekt Bashira von SAO Association mitzuhelfen. Im Folgenden erzählen sie von ihren Erfahrungen:

Bashira ist ein Projekt unserer Partnerorganisation SAO, mitten in der Inselhauptstadt Mytilini gelegen. Es ist ein Tageszentrum für flüchtende Frauen wo Angebote, wie Sprachkurse, Schwimmkurse und «Arts and Crafts» angeboten werden. Ein besonderer Fokus soll auf die soziale, psychologische und rechtliche Unterstützung der Frauen gelegt werden. Ausserdem dient das Zentrum als Rückzugsort, wo es z.B. auch möglich ist das Kopftuch abzulegen und zu duschen. Die meisten Frauen die wir getroffen haben, kommen gerne und regelmässig ins Bashira Center und verbringen auch mehrere Stunden dort. Sonia, die das Zentrum vor Ort leitet, hat es zusammen mit den Frauen von SAO und diversen Volontärinnen geschafft, eine friedliche und fröhliche Atmosphäre zu schaffen und den Frauen einen Ort der Ruhe und Sicherheit zu bieten. Bashira ist ausschliesslich für Frauen und deren bis 2 Jahre alten Kinder zugänglich. Bashira ist auf viele Sach- und Geldspenden angewiesen und funktioniert nur mithilfe der Einsätze von Volontärinnen.

Mytilini bei Abenddämmerung

Mytilini bei Abenddämmerung

Wo seht ihr die grössten Probleme in Bezug auf die Flüchtenden auf der Insel Lesbos?

Rilana: Das Camp Moria verfügt über eine Kapazität von rund 2'500 Personen, es wohnen aber um die 8'000 Menschen zwischen den Stacheldrahtzäunen und Mauern. Die Folgen davon sind leicht zu verstehen: es mangelt an Hygiene, es kommt jeden Tag zu starken Reibungen und Schlägereien und die Versorgung in sämtlichen Bereichen hinkt stets mit zwei Beinen hinter her. Und, so schlimm es auch ist für die Flüchtenden, als Tourist bestünde die Möglichkeit, eine Stunde gegen Westen oder Norden zu fahren und eine der vielfältigsten Inseln Griechenlands zu geniessen. Doch Lesbos steht in keinem Reisekatalog mehr und die Tourismusbranche der Insel leidet massiv darunter. Aber nebst all den Restaurants und Bars in Mytilini, die Asylsuchenden teilweise den Zutritt verwehren, ist es auch immer wieder schön zu beobachten, wie andere Bewohner der Insel mit den geflüchteten Menschen zusammenarbeiten und viel Neues entstehen kann.

Sarah: Es hat in und um Moria einfach von allem zu wenig für die vielen Menschen. Es hat zu wenig Betreuung, zu wenig Güter und zu wenig Platz. Wahrscheinlich ist es immer dieselbe Gruppe von Menschen, die die Hilfe bekommt aber der grösste Teil geht leer aus. Dies ist wohl natürlich und auf gewisse Charakterzüge zurückzuführen. Es führt aber auch dazu, dass die Schwächsten, welche sich nicht in den Vordergrund stellen können wohl irgendwie vergessen werden. Das ganze System an sich ist einfach total überlastet. Es dauert ewig, bis eine Person einen Entscheid erhält oder im Asylprozess einen Schritt weiterkommt. Die Brennpunkte der Insel sind sehr stark durch die vielen Menschen belastet und leidet unter zu wenig Touristen und viel Abfall. Es ist erstaunlich, wie gut das Zusammenleben mit der lokalen Bevölkerung funktioniert, aber trotzdem werden natürlich (wie überall in Europa) auch kritische Stimmen laut. Ich finde das verständlich, aber es muss darauf Acht gegeben werden, dass die Stimmung nicht plötzlich kippt.

 

Warum sind Projekte wie Bashira für Frauen so wichtig?

Sarah: In den meisten Kulturen, aus denen sich Frauen auf Lesbos befinden, können Frauen viel weniger stark mit ihren Bedürfnissen in den Vordergrund treten, als dies bei uns der Fall ist. So leiden sie stillschweigend im Hintergrund, haben immer noch die Aufgabe die Kinder gross zu ziehen und müssen frustriert feststellen, dass dies unter den vorherrschenden Verhältnissen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Das Bedürfnis nach Rückzugsmöglichkeiten und auch banalen Dingen wie Körperpflege kann gerade im Camp Moria nicht gestillt werden. Während viele Männer den ganzen Tag in der Stadt Mytilini verbringen, würden die Frauen ohne Bashira zuhause in Moria bleiben und dort Stunden, Minuten und Sekunden zählen. Bashira ist hier eine Lösung, wie mindestens ein paar Frauen geholfen werden kann und bietet ihnen die Möglichkeiten, welche im Wettbewerb des Alltags nur den lauten Männern im Vordergrund zuteilwerden. So kann enorm viel Intelligenz, Neugier und Lebensfreude gerettet werden: Nicht selten passierte auch während unseres Aufenthaltes, dass bisher unerkannte Talente entdeckt wurden und plötzlich ein breites Grinsen die sonst so ernsten Gesichter schmückte.

Rilana: Die Not scheint endlos, die Hilfe dafür winzig. Für geflüchtete Frauen ist die Situation besonders herausfordernd und gefährlich aufgrund ihrer Vulnerabilität. Bashira kann nicht allen Frauen helfen, aber wenn wir es schaffen, dass vier Frauen die Bewegung vom Brustschwimmen verstehen, zehn Frauen über ihre Rechte in ihrer Situation Bescheid wissen und eine Frau am Ende des Tages mit einem Lachen aus dem Haus geht, dann haben wir gewonnen. Dazu eine kleine Geschichte: Ich führe die Registrierung mit einer Westafrikanerin im Bashira Center durch. Sie ist schwanger und mit ihrem kleinen Kind vor ein paar Wochen alleine auf Lesbos angekommen. Nachdem ich ihr alle Fragen gestellt habe, die wir für die Registrierung brauchen und ihr alle Regeln des Hauses erklärt habe, sieht sie mich an. Sie antwortet nichts und beginnt zu weinen. Sie ist so unglaublich erleichtert, einen Ort gefunden zu haben, wo man sie anhört und sie sich sicher fühlen kann. Am nächsten Tag frage ich sie, wie es ihr geht und sie antwortet: An einem Ort, wo mich alle anlächeln, wie soll es mir hier schlecht gehen? Deshalb.

 

Bashira-Schwimmkurse mit Sarah, Johanna und Rilana. Die Frauen verloren die Angst vor den Wellen, verstanden die Froschbewegungen und lachten aus tiefstem Herzen.

SAO Association stellt ihr Bashira Centre in diesem Video vor. Für Spenden besucht ihre Website: https://www.sao.ngo  

 

Was müsste eurer Meinung nach auf Lesbos verändert werden, um die Situation der Flüchtenden allgemein zu verbessern?

Sarah: Ich finde es eigentlich bemerkenswert, wie Griechenland mit der Situation umgeht und trotzdem habe ich das Gefühl, wird das Land weitgehend mit dem Problem im Stich gelassen. Wenn sich hier ein fairer Deal mit allen europäischen Staaten finden würde, wäre sicher auch massiv mehr Kapazität vorhanden um den Flüchtenden auf Lesbos eine Alternative anzubieten und die Leute auf ganz Europa zu verteilen. Ich denke, es bräuchte mehr personelle und finanzielle Ressourcen dafür und ich sehe hier die anderen europäischen Staaten als Akteure die jetzt handeln und die ihre Verantwortung als Staaten übernehmen müssen.

Rilana: Es ist problematisch, dass der EU-Türkei Deal dazu geführt hat, dass die Insel nicht einladender oder attraktiver erscheinen darf, aus Angst, dass dies noch mehr Flüchtende anziehen würde. Meiner Meinung nach ist vor allem die griechische Bürokratie ein riesiges Hindernis, dass nicht auch mehr kleinere Organisationen auf der Insel Freizeitangebote machen können. Ausserdem ist es schwierig, die Angebote fair zu verteilen und so gilt die Regel des Glücks. Wer einen starken Charakter hat und mit ein wenig Glück gesegnet wird, profitiert von den Hilfsorganisationen, die anderen gehen unter.

 

Ist es euch schwergefallen, wieder in den Schweizer Alltag zurück zu kehren?

Sarah: Mir persönlich nicht unbedingt, denn ich habe noch ein paar freie Tage in Griechenland eingelegt. Hier bin ich vor allem sehr dankbar, wie gut es uns eigentlich geht und versuche, diese positive Lebenseinstellung auch in schwierigen Situationen zu behalten. Aber diese Unterschiede zu sehen, ist natürlich sehr paradox und ich denke oft an die Zeit auf Lesbos zurück und durchlebe bestimmte Situationen nochmals.

Rilana: Für mich hingegen war es sehr schwer, mich wieder in der Schweiz einzuleben, vielleicht auch, weil mich hier kein geregelter Tagesablauf erwartete. Auf Lesbos fühlte ich mich jeden Tag nützlich und glaubte daran, dass meine Arbeit einen direkten positiven Einfluss auf die Frauen hatte. Ausserdem war ich bereits vor zwei Jahren auf Lesbos und habe diesen Sommer sehr emotionale Wiedersehen mit Freunden erlebt und musste schockiert feststellen wie prekär die Zustände immer noch sind. Aber es hat mich in meiner Meinung umso mehr gestärkt, immer wieder für Menschen einzustehen, sie anzuhören und mich für sie zu interessieren.

 

Habt ihr etwas gesehen, dass euch nachhaltig geprägt hat und euch immer noch beschäftigt?

Rilana: Ja. Auf dem sogenannten «Lifejacket graveyard» werden die tausenden Schwimmwesten entsorgt, die die Flüchtenden auf ihrer Meeresüberquerung von der Türkei nach Lesbos jeweils trugen. Hinter jeder dieser Westen steckt eine Geschichte, ein Mensch, der sich in seiner Heimat nicht sicher genug gefühlt hatte, um dort zu bleiben. Als ich inmitten dieser orangen Schwimmwesten-Hügel stand, hat es sich angefühlt wie ein lebendiges Auschwitz.

Sarah: Mich prägen vor allem die Bilder der Flüchtlingskinder hinter den Stacheldrähten von Moria. Es gibt mir einen Stich ins Herz zu sehen, wie diese Kinder aufwachsen müssen ohne genau zu verstehen, was hier vor sich geht. Auf der anderen Seite ist es auch sehr schön, zu sehen, dass die Kinder nicht nach Herkunft unterscheiden. Sie spielen alle zusammen, egal ob die Eltern Muslime oder Christen, aus Westafrika oder aus dem arabischen Raum stammen. Ich hoffe fest, dass sie diese Offenheit beibehalten und sich Freundschaften bilden mögen. Was mich auch beeindruckt hat, ist der Erfolg unserer Schwimmkurse. Wir waren mit einer Gruppe vier Mal für etwas mehr als eine Stunde schwimmen. Die fünf Frauen aus Kamerun waren vorher noch nie ganz im Wasser und konnten sich nach diesen vier Schwimmstunden über Wasser halten. Mich hat beeindruckt, wie sehr sie schwimmen lernen wollten und wie ausdauernd sie dabei waren. Ich hoffe nun, dass diese Kurse auch ohne uns fortgesetzt werden können und dass ganz viele Frauen die lebensrettende Fähigkeit erlernen, sich über Wasser halten zu können.

 

Der "Lifejacket graveyard" in der Nähe von Molivos. Über eine halbe Million Schwimmwesten wurden in dieser Müllgrube "entsorgt".

Der "Lifejacket graveyard" in der Nähe von Molivos. Über eine halbe Million Schwimmwesten wurden in dieser Müllgrube "entsorgt".

Steht ihr noch in Kontakt mit Flüchtenden und anderen VolontärInnen und wenn ja, hat sich seit eurem Einsatz etwas verändert?

Sarah: Ja, ich habe noch Kontakt einigen Frauen und zwei Männern, die zwar geflüchtet sind, aber auch als Volontäre gearbeitet haben. Meines Wissens ist die Situation immer noch mehr oder weniger dieselbe. Ich bin aber sicher, dass ich wieder einmal zurück kehren werde um alle die wundervollen Menschen, die wir getroffen haben wieder zu sehen.

Rilana: Ja, wie überall auf der Welt geht mein Herz auf, wenn ich mit Menschen in Kontakt komme und ich schliesse Freundschaften. Es tut sich schon immer wieder was für Einzelfälle, die Gesamtsituation bleibt aber die gleiche.

 

Was kann ich als Einzelperson in der Schweiz beitragen?

Rilana: Informiere dich über die kleinen Organisationen in deiner Region und in Griechenland. Was sie tun, wo sie gerade sind und was sie brauchen. Es kann sein, dass sie dich für einen Nachmittag zum Sortieren brauchen, dass sie deine finanzielle Unterstützung benötigen oder dass du mit einem persönlichen Angebot etwas beitragen kannst. Und sonst: nimm dir Zeit, mit Menschen in Kontakt zu kommen, dich mit ihnen auszutauschen und gehe ohne Vorurteile auf jeden Einzelnen zu – die spürbare Dankbarkeit ist überwältigend.

Sarah: Genau, dem habe ich nichts mehr beizufügen. Ich glaube es ist am Wichtigsten, dass hierzulande nicht vergessen geht, dass es immer noch so viele Menschen auf der Flucht gibt, auch wenn die Medien nicht mehr jeden Tag darüber berichten. Und dazu gehört auch das Selbstverständnis, wie gut es uns hier eigentlich geht. Es ist wichtig, mit so vielen Leuten wie möglich darüber zu sprechen und zu diskutieren. Denn wir haben ja eigentlich keine Ahnung, wie viel Glück wir hatten, in der Schweiz geboren worden zu sein.

 

Sarah beim Nähen im Blue Room im Bashira Centre

Sarah beim Nähen im Blue Room im Bashira Centre

Rilana unten rechts und Sarah oben, Zweite von links, sagen: Wir bedanken uns noch einmal aus tiefstem Herzen bei unserem Bashira Team. Es war grossartig mit euch starken Frauen zusammenzuarbeiten!

Rilana unten rechts und Sarah oben, Zweite von links, sagen: Wir bedanken uns noch einmal aus tiefstem Herzen bei unserem Bashira Team. Es war grossartig mit euch starken Frauen zusammenzuarbeiten!

Besucht Lesbos in euren Ferien! Es ist wunderschön.

Besucht Lesbos in euren Ferien! Es ist wunderschön.

# NO TENT WASTE

Wie die meisten von euch wahrscheinlich mitbekommen haben, waren wir mit KUNE am Projekt #NoTentWaste beteiligt. Zusammen mit den Organisationen Be Aware And Share, Stand Up For Refugees, Verein Fair und Rastplatz haben wir während vier Tagen am OpenAir Gampel alles Brauchbare für Menschen in Not gesammelt, was sonst liegengeblieben wäre. Die Organisationen SAO, Basel Hilft Mit und REFY haben uns ausserdem mit ihren Fahrzeugen unterstützt und im Lager von letzterer können wir die Güter nun versorgen, bis klar ist, wohin es transportiert wird.

Lest hier den Abschlussbericht von #notentwaste aus Facebook:

Wir sind durch. Fertig. Done.

Was für Tage am Openair Gampel. Ohne Vorahnung, was uns erwarten wird, sind wir am Mittwochabend ins schöne Wallis gefahren. Stand aufgebaut, Zeltstadt errichtet. 

Donnerstagmorgen mit Flyer verteilen gestartet. Dies dann am Freitag und Samstag weitergeführt. 

Freitagmorgen, erste Spende. Ueeeeeh. 

Dann kamen die Medien. Radio Rottu, SRF3, nau.ch, der Blick... ein riesiges Interesse an dieser Geschichte, die plötzlich ein ganzes Festival umkrempelt. (siehe Videos unten)

Wir waren komplett baff. Leicht überfordert und irgendwie funktionierend, aber trotzdem stets mit vollem Herzblut, Einsatz und Ausdauer am weitermachen. 

Am Abend haben wir uns dann die erwünschte Pause gegönnt und gingen aufs Festivalgelände rein. Bisschen Konzerte geniessen. Immer noch waren wir alle im Team völlig perplex von der wunderbaren positiven Akzeptanz der Besucherinnen und Besucher des Openair Gampel. Geschätzte 90% sagten uns immer wieder “ich nehm sicher alles mit nach Hause”, “oh, eine gute Sache. Unterstütze ich sehr gerne”. Wir dachten uns immer wieder zwischendurch, dass dies auch Sprüche sein könnten, die man zu Beginn - in voller Frische - mal so sagt. 

Aber nein, der Sonntag hat es uns gezeigt. 7.30 Uhr Stand geöffnet, die ersten kamen mit ihren Zelten, Schlafsäcken, Mätteli, Pavillons usw. und haben und ihre Sachen überreicht. Alles für Menschen in Not. 

Sonntag Mitternacht. Fertig. Den ganzen Tag über kamen Leute vorbei, haben ihre Festivalausrüstung gespendet, sogar Jetons überreicht und gedankt. 

Wir waren komplett am “Fittla” - wie im Wallis gesagt wurde. 

Folgendes wurde gespendet (grob):
- 280 Zelte
- 150 Isoliermatten
- 80 Schlafsäcke
- 850 Pavillons Abdeckplanen
- 2 Pumpen, um die Matratzen zu füllen
- Sonnenbrillen
- Regenpellerinen
- Schuhe
- T-Shirts
- usw usw

Danke ALLEN, die was gespendet haben. 
Danke dem Openair Gampel, dass ihr uns vertraut habt. 
Danke den Medien für ihr Interesse. 
Danke allen, die mitgeholfen haben. 
Danke an SAO und BaHm für die Busse. 
Danke an REFY für das Abholen, transportieren und lagern im Refy-Lager.
Danke an Furter & Co für die Warnwesten. 

Und an alle, die ihre Habseligkeiten zerstört und auf dem Feld verstreut haben:

Wir kommen wieder! Versprochen!

 

 

SRF 3 am OpenAir Gampel im Interview mit Angelo von #notentwaste

Radio Rottu am OpenAir Gampel im Interview mit Jessica von #notentwaste

Ein Rückblick, ein Ausblick und eine Einladung für euch

Rückblick: Wir erzählen vom GP Sponsorenlauf, der vor zwei Wochen stattfand.

Ausblick: Wir stellen unser neustes Projekt vor.

Einladung: Wir laden euch ein, hinter die Türen des Sonnenhauses zu schauen - diesen Sonntag, 3. Juni!

GP Sponsorenlauf

Bereits letzten Winter begannen wir mit den Vorbereitungen für den Sponsorenlauf am diesjährigen GP von Bern. Unsere Partnerorganisation Be Aware And Share fragte uns an, ob wir mit ihnen zusammen den Sponsorenlauf organisieren und durchführen möchten, den sie bereits letztes Jahr organisiert hatten. Dies freute uns natürlich und wir stimmten zu. So wurden Helfer organisiert, Flyer (gemacht von Triebhaus Kommunikation) wurden gedruckt und verteilt, Sponsoren gesucht und Social Media eingesetzt, um auf uns aufmerksam zu machen und LäuferInnen zur Anmeldung zu motivieren. Da wir dieses Jahr in der Schweiz immer wieder Kälteeinbrüche durchstehen mussten, verlängerten wir die Anmeldefrist immer wieder, so dass die Motivation mitzumachen nicht vom Wetter abhängig gemacht werden konnte.

Und endlich, der 19. Mai 2018, der Durchführungstag des Grand Prix liess uns nicht im Stich und begann mit viel Sonnenschein! Pünktlich um 10 Uhr standen wir mit unserem Zelt an vorderster Front, direkt an der Tramhaltestelle Guisanplatz, in den Startlöchern, um die grosse Masse zu empfangen. Die roten T-Shirts von Empreintex für unsere LäuferInnen waren bedruckt, die Äpfel vom Öpfelchasper geliefert, die HelferInnen instruiert. Es waren bis dahin 98 LäuferInnen angemeldet, die wir nun erwarteten!

Da alle zu individuellen Startzeiten antraten, trafen sie «nadisna» bei uns am Stand ein, gaben ihren Spendenbogen und die bereits erhaltenen Spenden ab. Die Beträge erstreckten sich von 10 Franken bis hin zu 320 Franken. Unser fleissigster Läufer sammelte 1’057 Franken und wurde mit einem Sponsorengeschenk von ON Running belohnt.

Wie toll das aussah, die vielen roten Menschen um unseren Stand herum, die sich alle für die Flüchtlingshilfe einsetzten! Als der Lauf begann, verteilten sich unsere Läufer schnell. Aber immer wieder konnte man in der grossen Masse der Läufer eines unserer roten Shirts aufblitzen sehen! Kurz nachdem die Altstadt-GP Läufer im Ziel eingetroffen waren, bereiteten sich auch schon die GP-Läufer für ihren Start vor. Was so sonnig begann, wurde ziemlich abrupt mit starken Regengüssen und zeitweise sogar Hagel beendet, ungefähr 1.5 Stunden nachdem die ersten 10-Meilen-LäuferInnen gestartet waren. Mit Juchzen und Applaus wurden die tief durchnässten Running For Refugees Absolventen nach dem Lauf beim KUNE und BAAS Zelt wieder in Empfang genommen. Der Event wurde schnell beendet, die Leute wollten verständlicherweise nach Hause unter die warme Dusche. Der Abbau erfolgte zackig, alles war im Van verstaut, die Energie am Ende aber die Freude riesig. Es hatte alles geklappt! Wir möchten allen Läufern, am Ende waren es 115, insbesondere auch den Asylsuchenden die teilweise während ihres Ramadan gelaufen sind, herzlich für Ihre Leistung gratulieren und uns für eure Unterstützung bedanken. Ohne euch wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen!

Nun sind bereits fast zwei Wochen vergangen, die E-Mails für die Online-Spendenden versendet, die Briefe für Postüberweisungen bereit. Der totale Erlös von über 16'500 CHF wird zwischen KUNE und BAAS 50:50 aufgeteilt und bestehende und neue Projekte können finanziert werden. Wir sind unendlich dankbar und freuen uns bereits aufs nächste Jahr!

Geniesst jetzt noch den Fotostreifen - geknippst von Manuel Lopez: Herzlichen Dank auch dir!

 

WOMEN ONLY

Wir freuen uns, unser jüngstes Projekt vorstellen zu dürfen: Yoga für asylsuchende Frauen. Bereits hat die erste Durchführung stattgefunden und Elena erzählt im folgenden Bericht über ihre Erfahrungen:

„Nein Entschuldigung, nur für Frauen!“ Mit einem Hundeblick schaut mich der untersetzte Mann an und erklärt in gebrochenem Deutsch, viel Händegewedel und einer halben Yoga-Pose, dass er unbedingt auch mitmachen möchte. Aber nein, Ziel der neuen Yogastunden ist es den Frauen ein Gefühl für ihren Körper zu geben, eine Ruhepause bieten zu können, oder einfach die Möglichkeit, eine neue Sportart auszuprobieren. Sie sollen sich dabei wohl und unbeobachtet fühlen und falls Musliminnen teilnehmen, sollen sie ihr Kopftuch ablegen können. Die Idee entstand mit der Einsicht, dass unser Fussballangebot am Mittwoch praktisch nur von Männern genutzt wird. Meistens bin ich die einzige Frau, was mich nicht stört, doch ich möchte auch Frauen zum Sport motivieren und Yoga schien mir dafür geeigneter.
Im Übergangszentrum des SRK in der Länggasse werden hauptsächlich Familien aufgenommen. Momentan sind viele junge eritreische Frauen und einige syrische Familien dort zuhause. Der Leiter des ÜZ ist aufgestellt und unkompliziert, er zeigt mir das ganze Zentrum. Ein grosser Garten in dem sich sogar Hühner tummeln liegt vor den grossen Haus. Meist teilen sich die Bewohnerinnen mit jemandem das Zimmer, die Stimmung ist familiär. Während einer Nähstunde darf ich die Frauen etwas näher kennen lernen. Zwei Schweizerinnen lehren den Bewohnerinnen die Kunst der Fäden. Die Syrerinnen sitzen in der einen Seite des Raumes, die Eritreerinnen auf der anderen Seite. Letztere sind gerade erst im ÜZ angekommen und kennen sich noch nicht aus. Die Syrerinnen sind etwas älter und haben oft schon Kinder. Sie lachen viel und auf meine Nachfrage, ob sie mit mir Yoga machen möchten meinen sie unisono: nach dem Ramadan, nach dem Ramadan! Ja während dem Ramadan ist der Zeitpunkt um eine neue Sportart zu lernen denkbar schlecht, aber sie zeigen grundsätzlich Interesse an Neuem. Ich versuche mein Glück auf der anderen Seite des Tisches, wo die Eritreerinnen viel konzentrierter und ruhiger arbeiten. Es ist offensichtlich, dass sie jünger sind und gerade neu angekommen. Die Frauen sind neugierig, haben aber noch keine Ahnung wie ihre Wochenplanung aussehen wird, also wann sie Schule und andere Termine haben. Nach einer Weile verabschiede ich mich und sehe beim Herauslaufen, wie eine Eritreerin den Syrerinnen das Stricken erklärt, obwohl sie keine gemeinsame Sprache sprechen. Im Büro machen wir einen Termin für die erste Yogalektion ab; am Freitagnachmittag sollten alle frei haben.

Nun ist also Freitag und ich bin nervös. Ich mache oft Yoga für mich alleine zuhause, aber jemandem eine Lektion geben, das wird schwierig! Ich versuche ein Programm zusammenzustellen, das für Anfänger geeignet ist und trotzdem etwas anstrengend ist. Geplant ist circa eine Stunde. Der Leiter des ÜZ, Simon, hat eine Aktion für Yogamatten entdeckt und für das Angebot eingekauft. Der Besprechungsraum wurde aufgeräumt und die Tische an die Wand gestellt. Der Raum ist hell mit einem Balkon, im zweiten Stock und direkt davor ein paar Bäume. Draussen scheint die Sonne und man hört die Kinder spielen. Die Yogalektion an sich wird im kleinen Rahmen stattfinden, drei junge Eritreerinnen kommen, die anderen sind am Schlafen. Schnell ist klar, dass sie noch nie Yoga gemacht haben, doch eine gute Grundhaltung haben. Leider plagen eine Frau Schmerzen in linken Bein, sodass sie immer nur ein Teil der Übungen durchführen kann. Nach einer Weile schleicht die älteste aus dem Raum, sie müsse zu ihrem Kind. So sind wir am Schluss nur noch zu zweit, doch Fiori hält durch bis zum Schluss! Wir bedanken uns gegenseitig und sie verspricht nächstes Mal wieder zu kommen. Simon meint, dass er nächstes Mal am Mittag die Frauen an das Angebot erinnern wird. Ich war froh das erste Mal wenig Teilnehmerinnen zu haben, freue mich aber über ein Wachstum der Gruppe. Ausserdem denke ich das eine Stunde Yoga für Einsteigerinnen zu lang ist. Nächstes Mal werde ich eine halbe Stunde planen, steigern kann man sich immer noch. Ich freue mich darauf und bin gespannt wie sich das Ganze entwickeln wird!

 

Einladung ins Sonnenhaus

Nun möchten wir die Möglichkeit noch nutzen, euch für den Tag der offenen Tür im Sonnenhaus nochmals einzuladen! Am Sonntag stehen euch die Türen von 10 Uhr bis 16 Uhr offen, kommt vorbei! Wir freuen uns auf alle Besucher!

 

Neues Projekt 2018: Sonnenhaus in Köniz

Wir sind stolz, Teil eines neues Projektes zu sein und möchten es euch hier kurz präsentieren.

Seit Beginn des Jahres engagieren wir uns gemeinsam mit den Organisationen BAAS, Refy, Open Boarders Caravan, Everyday Just a SmileSyriAid und OpenEyes für die Sortierung, das Abpacken und den anschliessenden Transport von Kleiderspenden in diverse Flüchtlingslager. Die gesamte Organisation findet in einer alten Villa im Zentrum von Köniz, die uns bis zu ihrer Bauänderung zur Verfügung gestellt wird.

Das Sonnenhaus in Köniz, am Sonnenweg 15 - kommt vorbei!

Das Sonnenhaus in Köniz, am Sonnenweg 15 - kommt vorbei!

Wie könnt ihr uns unterstützen?

Das Haus am Sonnenweg 15 in Köniz steht jeden Samstag von 13-16 Uhr offen – also kommt vorbei mit Säcken voller Kleider, die ihr spenden möchtet. 

Hier eine Liste von all den Dingen, die wir entgegen nehmen können.

Hier eine Liste von all den Dingen, die wir entgegen nehmen können.


Inspiriert von der Idee „Haus pour Bienne“ (www.hauspourbienne.ch)  sind noch weitere Projekte, namentlich eine Kita, sowie ein Deutschkursangebot in den oberen Etagen in Planung.

Das waren die ersten Schritte im Haus in Köniz. Die Regale füllen sich stetig und volle Kisten können für einen Transport abgepackt werden. 

Fussball: Ehrgeiz, Enttäuschung, aber viel Spass

Die Strassenliga des Kantons Bern organisiert regelmässig Sportevents für Kinder und Jugendliche. Bereits vergangenen Sommer konnten wir durch ihre Organisation mit der damals bestehenden NUK Brünnen gegen die KU Konolfingen antreten (wir berichteten). Bei einer brennenden Hitze und einem hart umkämpften Spiel gewannen wir schliesslich das Freundschaftsspiel und waren umso motivierter unser Fussballspielen aufrecht zu erhalten. 

Auf die Anfrage am diesjährigen United Sports Event, ein Streetsoccer Turnier für und mit Asylsuchenden, in der Grossen Halle der Reitschule Bern mitzumachen, konnten wir also kaum Nein sagen. Auch einige Jungs, die seit letztem Jahr jeweils wöchentlich draussen und seit zwei Monaten in der Steigerhubelhalle mit uns trainieren konnten leicht überzeugt werden. Hauptsache Fussball!

Zweimal ist KUNE also mit kleinen Team von jeweils sechs bis acht Spielern, davon ein KUNE Aktivmitglied, in der Grossen Halle angetreten. Letzten Donnerstag (15.2.2018) schien vorerst alles aufzugehen. Wir gewannen die Vorrunde, bezwangen den Halbfinalgegner und zogen in den Final ein. Nach einem Gleichstand zur normalen Spielzeit veränderte sich der Punktestand bis zum Abpfiff der Verlängerung jedoch nicht und so entschied sich alles im Penalty-Schiessen. Mit einem 2:3 verloren wir knapp und verpassten die Chance auf Tickets für einen Matchbesuch der YB Bern. Der grosse Ehrgeiz, den die Jungs immer wieder spürbar zeigen, löste auch eine dementsprechend grosse Enttäuschung aus. Gleichzeitig war es aber eine grossartige Leistung, als Zweitplatzierter das Turnier verlassen zu können. Das heutige Turnier (22.2.) verlief für uns weniger knapp, da wir uns in der Vorrunde nicht weiter qualifizieren konnten. Es war trotzdem eine einmalige Erfahrung und wir konnten unser wöchentliches Fussballspielen um einen weiteren Event bereichern. Solche Tage bedeuten für uns Spass zu haben, um anderes Leid und schwere Lasten für einen Moment vergessen zu können. Wir sind deshalb immer offen und begeistert, an solchen Events mitzumachen.

DANKE!

Wir möchten uns bei der Strassenliga des Kantons Bern für die Organisation und die erfolgreiche Ausführung bedanken und hoffen nächstes Jahr wieder Teil davon zu sein. 

 

Schleifen, Verputzen und Streichen für schutzbedürftige Frauen

Wie es die letzten 2 Jahre fast schon zur Tradition wurde, hat Luca kurz vor Weihnachten eine Woche einen Einsatz in Griechenland geleistet. In Athen hat er im Amina Centre bei der Renovation mitgeholfen. Dies ist ein Tageszentrum für besonders schutzbedürftige Frauen, die dort Unterstützung in rechtlichen, gesundheitlichen und sozialen Belangen erhalten. Das Zentrum wird in Athen ab Mitte Januar 2018 von unserer Partnerorganisation SAO Association betrieben. Die Verantwortlichen bei SAO haben bereits Erfahrung mit dieser Art von Projekten. Auf Lesbos betreiben sie bereits das Bashira Centre für Frauen und die Nachfrage nach solchen Angeboten ist riesig!

Luca hat während seiner Zeit dort beim Schleifen, Verputzen und Streichen von Wänden sowie anschliessend bei der Reinigung der Räume mitgeholfen. Unterstützt wurde er von zwei Asylsuchenden aus Gambia, die schon bei der Renovation von Bashira aktiv waren. Beide haben bereits in ihrer Heimat Erfahrungen mit solchen Arbeiten sammeln können. Die jungen Männer haben sich sehr gut verstanden und sind in dieser kurzen Zeit gut vorwärtsgekommen. Zwischen ihnen ist sogar eine Freundschaft entstanden, die hoffentlich auch über die Zeit und Distanz bestehen bleiben kann. 

Die Frauen können in Amina ab Ende Januar Waschen, Tumblern und Duschen. Es gibt eine verfügbare Ärztin und die Frauen werden auch an andere Gesundheitseinrichtungen vermittelt, falls dies nötig sein sollte. Die ganze Zeit über werden die Frauen betreut und unterstützt wo dies nötig ist. Wir sind gespannt, wie es weitergeht und hoffen, dass Amina genauso ein Erfolg wird wie sein Pendant Bashira auf Lesbos. 

Blick in den Innenhof des Amina Centre in Athen

Blick in den Innenhof des Amina Centre in Athen

Wir arbeiten so weiter, dass hoffentlich auch in Zukunft wieder jemand von KUNE einen Einsatz zusammen mit SAO leisten kann. Es freut uns immer wieder, mit gleichgesinnten Organisationen vorwärts zu kommen, und gemeinsam Projekte für Menschen auf der Flucht zu realisieren. Durch eine Zusammenarbeit können meist die Projektreichweite und der Impact vergrössert werden. Um dies zu tun, sind wir immer wieder auf Spenden angewiesen. Falls Du unsere Projekte unterstützen möchtest, kannst du dies über unser Spendenkonto KUNE AID, 3004 BERN, IBAN: CH58 8148 8000 0074 4744 6 tun.

Wir bedanken uns ganz herzlich für eure Unterstützung und wünschen allen einen guten Start ins neue Jahr!

Kurzeinsatz in guter Zusammenarbeit

Anfang November war ein Teil unseres Teams nach langer Zeit wieder einmal im Ausland aktiv im Einsatz. Zusammen mit den Hilfsorganisationen Be Aware And Share (BAAS), Everyday, just a smile, Open Borders Caravan Bern, Verein FAIR aus Biel und Stand Up For Refugees fuhren wir mit vier vollbeladenen Kleinbussen nach Metz in Frankreich. Dort hausen ca. 700 Flüchtende auf einem Parkplatz und müssen mit widerlichen Hygienestandards zurecht kommen. Wir brachten die am 30.10.2017 gesammelten Güter wie Kleidung, Schuhe, WC-Papier und Duschprodukte sowie Decken, Schals, Handschuhe und Mützen, um der einbrechenden Kälte ein wenig Widerstand zu bieten. An dieser Stelle, vielen Dank allen Spendern! Eure Sachen wurden dankend entgegengenommen. 

Bemerkenswert war für die dortigen Verantwortlichen die schweizerische Effizienz sowie das Planungs- und Durchsetzungsflair, das durch die summierte Erfahrung aller sechs Hilfsorganisationen zusammenkam und mit einer gemeinsamen Zielsetzung umgesetzt werden konnte (siehe Bild unten). Es hat uns gefreut, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die unsere Ideen teilen und ebenso helfen möchten, wo die Hilfe am meisten gebraucht wird.

Wir sind auf jeden Fall offen für weitere Anfragen und sind bereits dabei ein weiteres Projekt zusammen mit BAAS zu planen. Und wir freuen uns natürlich auch immer wieder, wenn wir neue tatkräftige und hilfsbereite Menschen kennenlernen dürfen!

 

Im Zelt wurde frischer Tee gekocht (rechts), während links die Reihen zum Anstehen bereit standen, wo Kleidung abgeholt werden konnte.

Im Zelt wurde frischer Tee gekocht (rechts), während links die Reihen zum Anstehen bereit standen, wo Kleidung abgeholt werden konnte.