Ein Rückblick, ein Ausblick und eine Einladung für euch

Rückblick: Wir erzählen vom GP Sponsorenlauf, der vor zwei Wochen stattfand.

Ausblick: Wir stellen unser neustes Projekt vor.

Einladung: Wir laden euch ein, hinter die Türen des Sonnenhauses zu schauen - diesen Sonntag, 3. Juni!

GP Sponsorenlauf

Bereits letzten Winter begannen wir mit den Vorbereitungen für den Sponsorenlauf am diesjährigen GP von Bern. Unsere Partnerorganisation Be Aware And Share fragte uns an, ob wir mit ihnen zusammen den Sponsorenlauf organisieren und durchführen möchten, den sie bereits letztes Jahr organisiert hatten. Dies freute uns natürlich und wir stimmten zu. So wurden Helfer organisiert, Flyer (gemacht von Triebhaus Kommunikation) wurden gedruckt und verteilt, Sponsoren gesucht und Social Media eingesetzt, um auf uns aufmerksam zu machen und LäuferInnen zur Anmeldung zu motivieren. Da wir dieses Jahr in der Schweiz immer wieder Kälteeinbrüche durchstehen mussten, verlängerten wir die Anmeldefrist immer wieder, so dass die Motivation mitzumachen nicht vom Wetter abhängig gemacht werden konnte.

Und endlich, der 19. Mai 2018, der Durchführungstag des Grand Prix liess uns nicht im Stich und begann mit viel Sonnenschein! Pünktlich um 10 Uhr standen wir mit unserem Zelt an vorderster Front, direkt an der Tramhaltestelle Guisanplatz, in den Startlöchern, um die grosse Masse zu empfangen. Die roten T-Shirts von Empreintex für unsere LäuferInnen waren bedruckt, die Äpfel vom Öpfelchasper geliefert, die HelferInnen instruiert. Es waren bis dahin 98 LäuferInnen angemeldet, die wir nun erwarteten!

Da alle zu individuellen Startzeiten antraten, trafen sie «nadisna» bei uns am Stand ein, gaben ihren Spendenbogen und die bereits erhaltenen Spenden ab. Die Beträge erstreckten sich von 10 Franken bis hin zu 320 Franken. Unser fleissigster Läufer sammelte 1’057 Franken und wurde mit einem Sponsorengeschenk von ON Running belohnt.

Wie toll das aussah, die vielen roten Menschen um unseren Stand herum, die sich alle für die Flüchtlingshilfe einsetzten! Als der Lauf begann, verteilten sich unsere Läufer schnell. Aber immer wieder konnte man in der grossen Masse der Läufer eines unserer roten Shirts aufblitzen sehen! Kurz nachdem die Altstadt-GP Läufer im Ziel eingetroffen waren, bereiteten sich auch schon die GP-Läufer für ihren Start vor. Was so sonnig begann, wurde ziemlich abrupt mit starken Regengüssen und zeitweise sogar Hagel beendet, ungefähr 1.5 Stunden nachdem die ersten 10-Meilen-LäuferInnen gestartet waren. Mit Juchzen und Applaus wurden die tief durchnässten Running For Refugees Absolventen nach dem Lauf beim KUNE und BAAS Zelt wieder in Empfang genommen. Der Event wurde schnell beendet, die Leute wollten verständlicherweise nach Hause unter die warme Dusche. Der Abbau erfolgte zackig, alles war im Van verstaut, die Energie am Ende aber die Freude riesig. Es hatte alles geklappt! Wir möchten allen Läufern, am Ende waren es 115, insbesondere auch den Asylsuchenden die teilweise während ihres Ramadan gelaufen sind, herzlich für Ihre Leistung gratulieren und uns für eure Unterstützung bedanken. Ohne euch wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen!

Nun sind bereits fast zwei Wochen vergangen, die E-Mails für die Online-Spendenden versendet, die Briefe für Postüberweisungen bereit. Der totale Erlös von über 16'500 CHF wird zwischen KUNE und BAAS 50:50 aufgeteilt und bestehende und neue Projekte können finanziert werden. Wir sind unendlich dankbar und freuen uns bereits aufs nächste Jahr!

Geniesst jetzt noch den Fotostreifen - geknippst von Manuel Lopez: Herzlichen Dank auch dir!

 

WOMEN ONLY

Wir freuen uns, unser jüngstes Projekt vorstellen zu dürfen: Yoga für asylsuchende Frauen. Bereits hat die erste Durchführung stattgefunden und Elena erzählt im folgenden Bericht über ihre Erfahrungen:

„Nein Entschuldigung, nur für Frauen!“ Mit einem Hundeblick schaut mich der untersetzte Mann an und erklärt in gebrochenem Deutsch, viel Händegewedel und einer halben Yoga-Pose, dass er unbedingt auch mitmachen möchte. Aber nein, Ziel der neuen Yogastunden ist es den Frauen ein Gefühl für ihren Körper zu geben, eine Ruhepause bieten zu können, oder einfach die Möglichkeit, eine neue Sportart auszuprobieren. Sie sollen sich dabei wohl und unbeobachtet fühlen und falls Musliminnen teilnehmen, sollen sie ihr Kopftuch ablegen können. Die Idee entstand mit der Einsicht, dass unser Fussballangebot am Mittwoch praktisch nur von Männern genutzt wird. Meistens bin ich die einzige Frau, was mich nicht stört, doch ich möchte auch Frauen zum Sport motivieren und Yoga schien mir dafür geeigneter.
Im Übergangszentrum des SRK in der Länggasse werden hauptsächlich Familien aufgenommen. Momentan sind viele junge eritreische Frauen und einige syrische Familien dort zuhause. Der Leiter des ÜZ ist aufgestellt und unkompliziert, er zeigt mir das ganze Zentrum. Ein grosser Garten in dem sich sogar Hühner tummeln liegt vor den grossen Haus. Meist teilen sich die Bewohnerinnen mit jemandem das Zimmer, die Stimmung ist familiär. Während einer Nähstunde darf ich die Frauen etwas näher kennen lernen. Zwei Schweizerinnen lehren den Bewohnerinnen die Kunst der Fäden. Die Syrerinnen sitzen in der einen Seite des Raumes, die Eritreerinnen auf der anderen Seite. Letztere sind gerade erst im ÜZ angekommen und kennen sich noch nicht aus. Die Syrerinnen sind etwas älter und haben oft schon Kinder. Sie lachen viel und auf meine Nachfrage, ob sie mit mir Yoga machen möchten meinen sie unisono: nach dem Ramadan, nach dem Ramadan! Ja während dem Ramadan ist der Zeitpunkt um eine neue Sportart zu lernen denkbar schlecht, aber sie zeigen grundsätzlich Interesse an Neuem. Ich versuche mein Glück auf der anderen Seite des Tisches, wo die Eritreerinnen viel konzentrierter und ruhiger arbeiten. Es ist offensichtlich, dass sie jünger sind und gerade neu angekommen. Die Frauen sind neugierig, haben aber noch keine Ahnung wie ihre Wochenplanung aussehen wird, also wann sie Schule und andere Termine haben. Nach einer Weile verabschiede ich mich und sehe beim Herauslaufen, wie eine Eritreerin den Syrerinnen das Stricken erklärt, obwohl sie keine gemeinsame Sprache sprechen. Im Büro machen wir einen Termin für die erste Yogalektion ab; am Freitagnachmittag sollten alle frei haben.

Nun ist also Freitag und ich bin nervös. Ich mache oft Yoga für mich alleine zuhause, aber jemandem eine Lektion geben, das wird schwierig! Ich versuche ein Programm zusammenzustellen, das für Anfänger geeignet ist und trotzdem etwas anstrengend ist. Geplant ist circa eine Stunde. Der Leiter des ÜZ, Simon, hat eine Aktion für Yogamatten entdeckt und für das Angebot eingekauft. Der Besprechungsraum wurde aufgeräumt und die Tische an die Wand gestellt. Der Raum ist hell mit einem Balkon, im zweiten Stock und direkt davor ein paar Bäume. Draussen scheint die Sonne und man hört die Kinder spielen. Die Yogalektion an sich wird im kleinen Rahmen stattfinden, drei junge Eritreerinnen kommen, die anderen sind am Schlafen. Schnell ist klar, dass sie noch nie Yoga gemacht haben, doch eine gute Grundhaltung haben. Leider plagen eine Frau Schmerzen in linken Bein, sodass sie immer nur ein Teil der Übungen durchführen kann. Nach einer Weile schleicht die älteste aus dem Raum, sie müsse zu ihrem Kind. So sind wir am Schluss nur noch zu zweit, doch Fiori hält durch bis zum Schluss! Wir bedanken uns gegenseitig und sie verspricht nächstes Mal wieder zu kommen. Simon meint, dass er nächstes Mal am Mittag die Frauen an das Angebot erinnern wird. Ich war froh das erste Mal wenig Teilnehmerinnen zu haben, freue mich aber über ein Wachstum der Gruppe. Ausserdem denke ich das eine Stunde Yoga für Einsteigerinnen zu lang ist. Nächstes Mal werde ich eine halbe Stunde planen, steigern kann man sich immer noch. Ich freue mich darauf und bin gespannt wie sich das Ganze entwickeln wird!

 

Einladung ins Sonnenhaus

Nun möchten wir die Möglichkeit noch nutzen, euch für den Tag der offenen Tür im Sonnenhaus nochmals einzuladen! Am Sonntag stehen euch die Türen von 10 Uhr bis 16 Uhr offen, kommt vorbei! Wir freuen uns auf alle Besucher!

 

Neues Projekt 2018: Sonnenhaus in Köniz

Wir sind stolz, Teil eines neues Projektes zu sein und möchten es euch hier kurz präsentieren.

Seit Beginn des Jahres engagieren wir uns gemeinsam mit den Organisationen BAAS, Refy, Open Boarders Caravan, Everyday Just a SmileSyriAid und OpenEyes für die Sortierung, das Abpacken und den anschliessenden Transport von Kleiderspenden in diverse Flüchtlingslager. Die gesamte Organisation findet in einer alten Villa im Zentrum von Köniz, die uns bis zu ihrer Bauänderung zur Verfügung gestellt wird.

 Das Sonnenhaus in Köniz, am Sonnenweg 15 - kommt vorbei!

Das Sonnenhaus in Köniz, am Sonnenweg 15 - kommt vorbei!

Wie könnt ihr uns unterstützen?

Das Haus am Sonnenweg 15 in Köniz steht jeden Samstag von 13-16 Uhr offen – also kommt vorbei mit Säcken voller Kleider, die ihr spenden möchtet. 

 Hier eine Liste von all den Dingen, die wir entgegen nehmen können.

Hier eine Liste von all den Dingen, die wir entgegen nehmen können.


Inspiriert von der Idee „Haus pour Bienne“ (www.hauspourbienne.ch)  sind noch weitere Projekte, namentlich eine Kita, sowie ein Deutschkursangebot in den oberen Etagen in Planung.

Das waren die ersten Schritte im Haus in Köniz. Die Regale füllen sich stetig und volle Kisten können für einen Transport abgepackt werden. 

Fussball: Ehrgeiz, Enttäuschung, aber viel Spass

Die Strassenliga des Kantons Bern organisiert regelmässig Sportevents für Kinder und Jugendliche. Bereits vergangenen Sommer konnten wir durch ihre Organisation mit der damals bestehenden NUK Brünnen gegen die KU Konolfingen antreten (wir berichteten). Bei einer brennenden Hitze und einem hart umkämpften Spiel gewannen wir schliesslich das Freundschaftsspiel und waren umso motivierter unser Fussballspielen aufrecht zu erhalten. 

Auf die Anfrage am diesjährigen United Sports Event, ein Streetsoccer Turnier für und mit Asylsuchenden, in der Grossen Halle der Reitschule Bern mitzumachen, konnten wir also kaum Nein sagen. Auch einige Jungs, die seit letztem Jahr jeweils wöchentlich draussen und seit zwei Monaten in der Steigerhubelhalle mit uns trainieren konnten leicht überzeugt werden. Hauptsache Fussball!

Zweimal ist KUNE also mit kleinen Team von jeweils sechs bis acht Spielern, davon ein KUNE Aktivmitglied, in der Grossen Halle angetreten. Letzten Donnerstag (15.2.2018) schien vorerst alles aufzugehen. Wir gewannen die Vorrunde, bezwangen den Halbfinalgegner und zogen in den Final ein. Nach einem Gleichstand zur normalen Spielzeit veränderte sich der Punktestand bis zum Abpfiff der Verlängerung jedoch nicht und so entschied sich alles im Penalty-Schiessen. Mit einem 2:3 verloren wir knapp und verpassten die Chance auf Tickets für einen Matchbesuch der YB Bern. Der grosse Ehrgeiz, den die Jungs immer wieder spürbar zeigen, löste auch eine dementsprechend grosse Enttäuschung aus. Gleichzeitig war es aber eine grossartige Leistung, als Zweitplatzierter das Turnier verlassen zu können. Das heutige Turnier (22.2.) verlief für uns weniger knapp, da wir uns in der Vorrunde nicht weiter qualifizieren konnten. Es war trotzdem eine einmalige Erfahrung und wir konnten unser wöchentliches Fussballspielen um einen weiteren Event bereichern. Solche Tage bedeuten für uns Spass zu haben, um anderes Leid und schwere Lasten für einen Moment vergessen zu können. Wir sind deshalb immer offen und begeistert, an solchen Events mitzumachen.

DANKE!

Wir möchten uns bei der Strassenliga des Kantons Bern für die Organisation und die erfolgreiche Ausführung bedanken und hoffen nächstes Jahr wieder Teil davon zu sein. 

 

Schleifen, Verputzen und Streichen für schutzbedürftige Frauen

Wie es die letzten 2 Jahre fast schon zur Tradition wurde, hat Luca kurz vor Weihnachten eine Woche einen Einsatz in Griechenland geleistet. In Athen hat er im Amina Centre bei der Renovation mitgeholfen. Dies ist ein Tageszentrum für besonders schutzbedürftige Frauen, die dort Unterstützung in rechtlichen, gesundheitlichen und sozialen Belangen erhalten. Das Zentrum wird in Athen ab Mitte Januar 2018 von unserer Partnerorganisation SAO Association betrieben. Die Verantwortlichen bei SAO haben bereits Erfahrung mit dieser Art von Projekten. Auf Lesbos betreiben sie bereits das Bashira Centre für Frauen und die Nachfrage nach solchen Angeboten ist riesig!

Luca hat während seiner Zeit dort beim Schleifen, Verputzen und Streichen von Wänden sowie anschliessend bei der Reinigung der Räume mitgeholfen. Unterstützt wurde er von zwei Asylsuchenden aus Gambia, die schon bei der Renovation von Bashira aktiv waren. Beide haben bereits in ihrer Heimat Erfahrungen mit solchen Arbeiten sammeln können. Die jungen Männer haben sich sehr gut verstanden und sind in dieser kurzen Zeit gut vorwärtsgekommen. Zwischen ihnen ist sogar eine Freundschaft entstanden, die hoffentlich auch über die Zeit und Distanz bestehen bleiben kann. 

Die Frauen können in Amina ab Ende Januar Waschen, Tumblern und Duschen. Es gibt eine verfügbare Ärztin und die Frauen werden auch an andere Gesundheitseinrichtungen vermittelt, falls dies nötig sein sollte. Die ganze Zeit über werden die Frauen betreut und unterstützt wo dies nötig ist. Wir sind gespannt, wie es weitergeht und hoffen, dass Amina genauso ein Erfolg wird wie sein Pendant Bashira auf Lesbos. 

 Blick in den Innenhof des Amina Centre in Athen

Blick in den Innenhof des Amina Centre in Athen

Wir arbeiten so weiter, dass hoffentlich auch in Zukunft wieder jemand von KUNE einen Einsatz zusammen mit SAO leisten kann. Es freut uns immer wieder, mit gleichgesinnten Organisationen vorwärts zu kommen, und gemeinsam Projekte für Menschen auf der Flucht zu realisieren. Durch eine Zusammenarbeit können meist die Projektreichweite und der Impact vergrössert werden. Um dies zu tun, sind wir immer wieder auf Spenden angewiesen. Falls Du unsere Projekte unterstützen möchtest, kannst du dies über unser Spendenkonto KUNE AID, 3004 BERN, IBAN: CH58 8148 8000 0074 4744 6 tun.

Wir bedanken uns ganz herzlich für eure Unterstützung und wünschen allen einen guten Start ins neue Jahr!

Kurzeinsatz in guter Zusammenarbeit

Anfang November war ein Teil unseres Teams nach langer Zeit wieder einmal im Ausland aktiv im Einsatz. Zusammen mit den Hilfsorganisationen Be Aware And Share (BAAS), Everyday, just a smile, Open Borders Caravan Bern, Verein FAIR aus Biel und Stand Up For Refugees fuhren wir mit vier vollbeladenen Kleinbussen nach Metz in Frankreich. Dort hausen ca. 700 Flüchtende auf einem Parkplatz und müssen mit widerlichen Hygienestandards zurecht kommen. Wir brachten die am 30.10.2017 gesammelten Güter wie Kleidung, Schuhe, WC-Papier und Duschprodukte sowie Decken, Schals, Handschuhe und Mützen, um der einbrechenden Kälte ein wenig Widerstand zu bieten. An dieser Stelle, vielen Dank allen Spendern! Eure Sachen wurden dankend entgegengenommen. 

Bemerkenswert war für die dortigen Verantwortlichen die schweizerische Effizienz sowie das Planungs- und Durchsetzungsflair, das durch die summierte Erfahrung aller sechs Hilfsorganisationen zusammenkam und mit einer gemeinsamen Zielsetzung umgesetzt werden konnte (siehe Bild unten). Es hat uns gefreut, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die unsere Ideen teilen und ebenso helfen möchten, wo die Hilfe am meisten gebraucht wird.

Wir sind auf jeden Fall offen für weitere Anfragen und sind bereits dabei ein weiteres Projekt zusammen mit BAAS zu planen. Und wir freuen uns natürlich auch immer wieder, wenn wir neue tatkräftige und hilfsbereite Menschen kennenlernen dürfen!

 

 Im Zelt wurde frischer Tee gekocht (rechts), während links die Reihen zum Anstehen bereit standen, wo Kleidung abgeholt werden konnte.

Im Zelt wurde frischer Tee gekocht (rechts), während links die Reihen zum Anstehen bereit standen, wo Kleidung abgeholt werden konnte.

Wie geht es weiter?

 

KUNE rennt

Heute vor einer Woche, am 22. August 2017 fand das letzte «KUNE rennt» im gewohnten Rahmen statt. In den letzten drei bis vier Wochen waren immer mehr Bewohner der NUK Brünnen in andere Zentren oder in Wohnungen vermittelt worden, so dass am Schluss nur noch sieben Bewohner anwesend waren. Diese sind Ende letzter Woche auch weggezogen, weil die NUK Brünnen nun endgültig geschlossen wird. Für die Asylsuchenden bedeutet dies zwar Stress durch den Umzug und Trennungen von den nun geschlossenen Bekannt- und Freundschaften, aber auch den Vorteil, nicht mehr unter dem Boden wohnen zu müssen.

Bis zum Schluss hat uns – und wir hatten den Eindruck, auch den Bewohnern – das Projekt «KUNE rennt» grosse Freude bereitet. Wir haben neue Freundschaften schliessen können, neue Blickwinkel auf uns und auf die Schweiz erlangt, eine wöchentliche Abwechslung erlebt und für Hilfe bei alltäglichen Fragestellungen sorgen können. Sozusagen als positiver Nebeneffekt haben wir auch noch an unserer Fitness gearbeitet.

Bald wird ein neuer Newsletter verschickt, in dem ihr Eindrücke von dem Projekt KUNE rennt erfahren werdet. Abonniert den Newsletter jetzt auf unserer Homepage (ganz unten)!

Nun stellt sich natürlich die Frage wie es weitergeht!

Dass es weitergeht steht bereits fest. Nur besteht die Frage, in welcher Form das genau sein wird. Es stehen verschiedene Ideen im Raum und es wird wohl ein wenig Ausprobieren nötig sein, bis sich die Bereitschaft und Nachfrage der Teilnehmenden herauskristallisiert.  Ein Plan ist es, einmal die Woche an einem Treffpunkt in der Stadt zusammen zu kommen und etwas Sportliches oder Kulturelles zu unternehmen.

«KUNE rennt» soll auf jeden Fall weiterhin wöchentlich oder zweiwöchentlich stattfinden und ab dem Frühling mit einem Fussballteam in der Strassenliga Bern ergänzt werden. Dieses Fussballteam soll eine ganze Meisterschaftssaison bestreiten können und sich regelmässig zum Training treffen. Unseren Erfahrungen nach ist Fussball immer sehr gefragt (mehr als Joggen und andere Ballsportarten), weshalb sich vielleicht «KUNE rennt» zu «KUNE kickt» wandeln könnte.

Dies sind unsere aktuellen Ideen und wir werden über Konkreteres sicherlich wieder berichten. Wie immer sind auch wir gespannt, was die Zukunft alles bringt.

 

Share A Dream

Eine weitere Neuigkeit bei KUNE ist unsere "Mitgliedschaft" bei Share A Dream. Share A Dream ist eine Organisation, welche kleineren NGOs hilft, ihre Ziele besser zu erreichen, zu wachsen und allgemeinen Support bei allem bietet, was herausfordernd sein kann. So könnten wir zum Beispiel von Expertenhilfe bei der Buchhaltung oder bei unserem Webauftritt profitieren. Die Experten stammen von grossen Firmen, die ihre Ressourcen für einen guten Zweck gratis zur Verfügung stellen. Für uns wären alle diese Dienste kostenlos, was für uns interessant ist, da wir aufgrund unserer Philosophie unser Geld nur für möglichst direkte Flüchtlingshilfe einsetzen wollen. Wir stehen momentan in Kontakt mit der Verantwortlichen von Share A Dream und werden an unserer nächsten Teamsitzung, am 25. September, ein Profil erstellen, mit dem wir auf dieser Plattform auftreten werden. Mehr Infos zu Share A Dream unter: https://www.share-a-dream.org/

 

Dachbode-Festival 2017

Einige unserer Teammitglieder sind neben ihrer Tätigkeiten bei KUNE momentan mit dem Organisieren eines Festivals am 9. September in den Bergen in Nähe Zweisimmen beschäftigt. Falls durch das Festival Gewinn erzielt werden kann, wird dieser an KUNE gespendet werden. 

Mehr Infos findet ihr hier auf unserer Homepage: Dachbode-Festival

 

instagram Block
This is an example. To display your Instagram posts, double-click here to add an account or select an existing connected account. Learn more

Kick it like NUK Brünnen

Das spontan entstandene Fussballteam Brünnen konnte gestern im Freundschaftsspiel gegen Konolfingen seinen ersten Sieg im ersten Spiel verzeichnen. Die faire Partie endete bei grosser Hitze mit 4:2. Das Siegerteam aus Brünnen nutzte seine Vorteile geschickt aus und konnte den Sieg sicher nach Hause bringen. 

Als wir in Konolfingen eintrafen, war das Heimteam bereits am Einwärmen (oder auch am Auspowern; bei dieser Hitze war es am besten, die Energie fürs Spiel aufzubewahren und uns nur einzulaufen, damit wir unsere Körper nicht gleich überforderten) und machte auf uns einen sehr professionellen Eindruck. Unser Team ist mit drei unterschiedlichen Fahrzeugen angefahren, die Lust auf das Spiel unter den Bewohnern der NUK Brünnen war nämlich grösser als erwartet. Wir konnten gleich mit 19 Spielern antreten! In Konolfingen eingetroffen, zogen wir uns schnell um. Dank einer Spende konnten wir sogar in einheitlichen Trikots spielen, was dem Spiel einen zusätzlichen professionellen «Touch» verliehen hat.

Kurz darauf eröffnete Robin Krapf von der Strassenliga das Spiel als Schiedsrichter. Er betonte, dass ein faires Spiel im Vordergrund stehe und dass kein Rassismus geduldet werde. 

Das Spiel verlief genau so: fair und sehr seriös. Relativ schnell stand der Spielstand schon 2:0 für Brünnen. Die Konolfingner konnten noch ein Anschlusstor erzielen, Brünnen zog jedoch davon und schoss weitere zwei Tore. Zwar konnte Konolfingen den Ball kurz vor Ende nochmals ins Netz bringen, was den relativ klaren Sieg von 4:2 jedoch nicht erschüttern konnte. Dies lag sicher auch daran, dass wir aufgrund des grossen Spielerpools viele Wechsel vornehmen konnten. Dies war in dieser Hitze ein entscheidender Faktor für die Energie unserer Spieler und ein Nachteil für Konolfingen.

Noch vor der Pause gab es leider auch einen kleinen Unfall. Zwei Spieler stiessen sich im Zweikampf die Köpfe aneinander und mussten zum Arzt gebracht und dort genäht werden. So verpassten die Beiden den Rest des Spiels. Wir wünschen beiden eine gute Besserung!

Wir blicken trotz dem unglücklichen Zusammenstoss auf einen erfolgreichen Nachmittag mit einem spannenden und fairen Match zurück. Die Asylsuchenden aus Brünnen haben nach dem Spiel noch mehrmals ihre Dankbarkeit und ihren Stolz über den Sieg zum Ausdruck gebracht. «Das ist sehr gut für die Erinnerung», freute sich jemand. Die Freude, die wir an diesem Nachmittag wieder einmal verspürt haben, motiviert uns weiter zu machen und immer wieder Neues zu probieren.

Wir danken allen, die uns unterstützt haben (ob mit Material, Coaching oder Fahrdienst) und der Strassenliga für die Organisation. Und wir gratulieren allen Spielern zu ihrer Leistung unter nicht ganz einfachen Verhältnissen!

Vollgas trotz Ramadan und eisigem Wind

Wie wir bereits mitteilten, sind wirvor allem mit unserem Schweizer Projekt KUNE rennt beschäftigt. Im Rahmen dieses Projekts trafen wir uns seit Februar 2017 jede Woche am Dienstagabend mit den Bewohnern der Notunterkunft Brünnen, um für den GP zu trainieren und seither auch, um gemeinsam Fussball, Volleyball und Tischtennis zu spielen.

Auch gestern waren wir wieder unterwegs und wir möchten einmal zeigen, was wir an diesen Dienstagen alles so machen. Wobei in diesen Wochen eine spezielle Situation vorherrscht: Es ist Ramadan. Wir merken den muslimischen Bewohnern der Notunterkunft die fehlende Energie durch das Fasten gut an. Trotzdem kommen sie jede Woche mit, was uns natürlich umso mehr freut.

Lest hier über die Erfahrungen unseres Teams am letzten Dienstag:

19.00 Uhr: Wir von KUNE treffen langsam in der NUK Brünnen ein und versuchen, die Bewohner zu motivieren und zu sammeln, damit wir uns um ca. 19.15 Uhr auf den Weg machen können. Wir gehen auch bei den Betreuern kurz vorbei und sammeln das nötige Material zusammen. Das sind heute nur Becher, Eisteepulver und Spielgeräte. Langsam sammeln sich immer mehr Leute im Gemeinschaftsraum, einige bereits startklar, andere müssen sich noch umziehen oder andere Sachen erledigen. Wir können trotzdem pünktlich starten.

19.30 Uhr: Wir treffen in Oberbottigen ein. Einige sind bereits mit dem Fahrrad voraus gefahren, andere sind - wie die meisten von uns - zu Fuss unterwegs. Auf dem Weg hatten wir die Möglichkeit, Neuigkeiten auszutauschen und auch neue Leute kennen zu lernen, mit welchen man vielleicht noch nie länger gesprochen hat. Auf dem Sportplatz angekommen, teilen sich alle in drei Gruppen auf: Fussball, Volleyball und Ping Pong. Die Spiele beginnen bereits bevor alle da sind, die Neuzugänger werden aber fliessend aufgenommen und die Spiele brauchen gar nicht unterbrochen zu werden. Heute ist die Stimmung zuerst etwas demotiviert, die Volleyballer kommen aber schnell in Fahrt und es wird sogar richtig ernst und mit vollem Einsatz gespielt. Auch die Fussballer spielen vollgas, das ist für uns nichts Neues. Doch hier bemerken wir die etwas gereizte Stimmung am besten, an der wohl der Ramadan nicht ganz unschuldig ist. Die Ping Ponger haben sogar noch Jugendliche aus dem Dorf für ein gemeinsames Spiel motivieren können und haben viel Spass. Einige Spieler wechseln während des Abends die Disziplin, so dass sich die Teams laufend verändern. Am Spielfeldrand werden auch beim Hinweg begonnene Gespräche weitergeführt. Die ganze Zeit stellen wir Eistee zur Verfügung. Dieser wird aber im Moment natürlich nur von den christlichen Teilnehmern konsumiert. Die Zeit vergeht schnell und als wir das nächste Mal auf die Uhr schauen, ist bereits eine Stunde um. 

20.45 Uhr: Heute müssen wir unseren Spielabend leider etwas früher beenden, da es wohl noch ein Gewitter mit starkem Regen geben wird. Schon länger gibt es starken Wind und die Sonne hat sich hinter die Wolken verzogen. Einige würden gerne noch weiter spielen, wir setzen uns aber durch und machen uns alle gemeinsam auf den Weg. Die Velofahrer rasen nach Hause – kein Wunder, bald dürfen sie sich endlich ein Abendessen gönnen. Die wenigen, welche zu Fuss unterwegs sind, bleiben zusammen. Es wird niemand alleine zurück gelassen.

21.00 Uhr: Zurück in der Notunterkunft sind wir alle etwas müde und wir möchten gerne noch vor dem Unwetter nach Hause kommen. Deshalb verabschieden wir uns heute etwas früher als normal. Natürlich nicht ohne noch von den köstlichen Mahlzeiten gekostet zu haben, welche uns angeboten werden. Wir sagen allen persönlich «Auf Wiedersehen und bis nächste Woche» und uns wird beigepflichtet; nächste Woche werden sie wieder mit dabei sein.

 Auch die Sonne hat uns kurz besucht..

Auch die Sonne hat uns kurz besucht..

Wir hoffen am 13. Juni wieder auf besseres Wetter und auch immer auf neue Gesichter. Gerade um die Sommerferien zu überbrücken, wären noch ein paar Mitstreiter nötig, damit wir keine Lücken haben und kein Training absagen müssen. Wenn Du Lust hast, mal unverbindlich bei uns vorbei zu schauen, melde dich entweder über Facebook, E-Mail oder direkt bei uns! Wir freuen uns auf Dich!

Auf unserer Facebook Seite publizieren wir auch immer wieder kurze Updates, Bilder und Videos. Schau doch mal vorbei!